Aktualisiert 06.09.2007 11:10

«Last Call» in Zürich

In der Stadt Zürich stehen rund 120 Schulabgänger ohne Anschlusslösung da. Um diesen jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen, startet das Laufbahnzentrum der Berufsberatung am 20. September zum zweiten Mal die Aktion «Last Call».

Die halbtägige Veranstaltung soll möglichst viele Jugendliche mit Anbietern von Brückenangeboten zusammenbringen, wie Projektleiter Manfred Fasel am Donnerstag vor den Medien sagte. «Niemand soll ohne Zusage für solch ein Angebot oder ohne Termin für ein weiteres Gespräch nach Hause gehen.»

«Last Call» war auf Initiative von Stdträtin Monika Stocker im vergangenen Jahr gestartet worden. 87 Jugendliche hätten damals das Berufsinformationszentrum Zürich (BIZ) aufgesucht, sagte Fasel. Für 83 von ihnen habe eine Anschlusslösung gefunden werden können.

Auch in Uster und Kloten

Das städtische Projekt «Last Call» hat bereits Nachahmer gefunden. Sowohl das Berufsinformationszentrum Kloten als auch das BIZ Uster bieten am 12. September nach dem gleichen Muster wie die Stadt Zürich Jugendlichen ohne Anschlusslösung einen «Marktplatz» mit Anbietern von Brückenangeboten an.

Um die Eintrittsschwelle möglichst tief zu halten, können die Jugendlichen am 20. September irgendwann zwischen 13.30 und 18 Uhr das BIZ aufsuchen. Dabei können sie mit einem Laufbahnberater in einem 15-minütigen Gespräch ihre aktuelle Situation besprechen und werden auf offene Brückenangebote aufmerksam gemacht.

Falls ein Brückenangebot wie etwa ein 10. Schuljahr oder ein Motivationssemster in Frage kommt, kann der Jugendliche den Anbieter direkt kontaktieren. Andernfalls erhält der Jugendliche vom BIZ einen weiteren Gesprächstermin für die Suche nach andern Lösungen.

Abwärtsspirale verhindern

Die Stadt unternehme grosse Anstrengungen, um Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit Perspektiven zu geben, betonte die Vorsteherin des Sozialdepartementes, Stadträtin Monika Stocker. Die Devise «Kein Abschluss ohne Anschluss» sei aber nicht einfach umzusetzen.

Anhaltende Untätigkeit führe in eine soziale und psychische Abwärtsspirale. Jugendliche in solchen Situationen verlören ihre Tagesstrukturen und könnten nicht mehr verbindlich handeln. Damit steige das Risiko markant, den Einstieg ins Berufsleben nicht mehr zu schaffen.

Was dann bleibe, sei in vielen Fällen der Gang ins Sozialamt. «Dass heute in der Stadt Zürich zwischen 8 und 9 Prozent unter den 18- bis 25-Jährigen auf Sozialhilfe angewiesen sind, geht uns gegen den Strich», betonte Stocker. Deshalb sei es wichtig, dass Jugendliche möglichst schnell eine Anschlusslösung finden könnten. (sda)

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