Aktualisiert 07.11.2013 09:56

Champions League

Last-Minute-Treffer sichert Basel einen Punkt

Dank eines Tores von Giovanni Sio in der 91. Minute kommt der FC Basel zu einem 1:1 Unentschieden gegen Steaua Bukarest und wahrt sich so die Chance auf die CL-Achtelfinals.

Basel erreichte dank Sios Treffer in der 91. Minute in extremis ein zweites 1:1-Remis gegen Steaua Bukarest. Trotz des enttäuschenden Resultats ist der FCB zwei Runden vor Schluss ausgezeichnet positioniert.

Als dem FCB eine höchst problematische Situation drohte und sich in der Champions League die zweite 0:1-Heimniederlage in Serie abzeichnete, drehte Stocker einen letzten Flankenball zur Mitte - dort erfasste Giovanni Sio die Gunst der Sekunde und markierte in der Nachspielzeit den Ausgleich. Mit seinem Last-Minute-Treffer verbesserte der Franko-Ivorer die Basler CL-Ausgangslage selbstredend schlagartig und markant: Nur noch einen Punkt liegt der FCB hinter dem zweitklassierten Schalke.

Glückliches Händchen von Yakin

Dass ausgerechnet der Joker die schwere Enttäuschung abwendete, wird auch Murat Yakin guttun. Vor zwei Wochen war er wegen seinen taktischen Dispositionen in die Kritik geraten und löste eine längere Personal-Debatte aus. Nun setzte der FCB-Coach in einer prekären Phase auf den exakt richtigen Professional. Trotz des zweiten Remis in Folge gegen die Rumänen ist der nicht unumstrittene Stratege an der Linie womöglich der grosse Gewinner eines lange unspektakulären Abends.

Steaua hingegen kam Sekunden vor der Ziellinie vom Kurs ab. Bukarest wähnte sich auf bestem Weg zum ersten Erfolg in der europäischen Königsklasse nach 20 vergeblichen Anläufen - bis sich quasi mit umgekehrten Vorzeichen wiederholte, was sich am letzten Spieltag in Rumänien abgespielt hatte: Den Führenden (damals der FCB) entglitt der Erfolg zur Unzeit.

Basels Abwehr mit einem langen Ball ausgehebelt

Die Nummer 1 der Schweizer Liga hingegen wird mit dem vierten Remis in Serie (zwei davon im Championat) wesentlich besser leben können als Steaua. Basel kommt nun in den Genuss von zwei eigentlichen Finals - gegen Chelsea und auswärts auf Schalke besitzt der FCB die Möglichkeit, zum zweiten Mal innert zwei Jahren unter die Top 16 der Champions League vorzustossen.

Eine Unachtsamkeit genügte bereits zum problematischen Einstieg in eine ohnehin schon schwierige Partie. Szukala überraschte mit einem Pass über 35 Meter die beiden FCB-Innenverteidiger Schär und Ivanov. Vom fehlenden Timing der Abwehrzentrale profitierte Federico Piovaccari. Der Leihspieler von Sampdoria, nach vier Klubwechseln innerhalb von zwei Jahren seit vergangenem Juli in Bukarest engagiert, düpierte am Ende der Basler Fehlerserie Keeper Sommer im Stil des Topskorers.

Basel ohne Energie und Kreativität

Praktisch im Gegenzug bot sich Fabian Frei die Chance zur sofortigen Korrektur des Malheurs. Der defensive Spielgestalter setzte den Ball über die Latte. Eine nächste Offerte schlug Salah aus - der zwar oft raffinierte, aber eben auch zu ineffiziente Ägypter zog das Solo dem womöglich gewinnbringenderen Querpass auf Stocker vor. Die Szene passte zum Auftritt: Die gute Absicht war erkennbar, die Präzision hingegen fehlte - nicht nur in jenem Moment.

Im Zentrum entwickelte Basel zu wenig Druck. Es fehlte zum einen die Idee, die an sich berechenbaren Gäste vor seriöse Probleme zu stellen, zum anderen entwickelte der FCB kaum einmal die Dynamik und Energie seiner besten Tage. Und auf eine Eingabe von Matias Delgado hoffte er vergeblich - die Nummer 10 enttäuschte so lange, bis Yakin der uninspirierten Darbietung des Argentiniers ein vorzeitiges Ende setzte.

Steauas früher Rückzug

In die früh und vor allem lange tückische Lage manövrierte sich der FCB eigentlich ohne jegliche Not. Der technisch überlegene Schweizer Titelhalter hatte das Geschehen nicht nur in der ersten Hälfte mehrheitlich kontrolliert. Die Rumänen traten rasch einmal den Rückzug an. In den ersten 45 Minuten überliessen sie den Ball während 76 Prozent der Spielzeit den Gastgebern - sie interpretierten das 4-2-3-1-Muster diametral anders als die Bebbi.

Für eine bessere Unterhaltung des Publikums wäre im Prinzip der Favorit zuständig gewesen. Bukarest verfolgte andere Ziele und setzte zur Verbesserung seiner Ausgangslage in der Gruppenphase vorwiegend die Strategie der Abschirmung der eigenen Zone. Und in den wenigen offensiven Aktionen deckte Steaua die FCB-Problemzonen im eigenen Strafraum nicht nur einmal auf. Das unschöne Stilmittel zahlte sich nicht aus, weil sich nicht nur die FCB-Defensive ein folgenschweres «Timeout» leistete, sondern auch jene von Bukarest.

Chelsea auf dem Weg in die Achtelfinals

Der FC Chelsea hat sich in der Basler Gruppe E in die Pole Position manövriert. Die «Blues» gewannen das Spitzenspiel gegen Schalke dank einer Doublette des Kameruners Samuel Eto'o und setzten sich dank dem 3:0 (1:0) an der Tabellenspitze der Gruppe E ab.

Ein kapitaler Fehler von Schalkes Torhüter Timo Hildebrand ebnete Chelsea den Weg zum dritten Zu-Null-Sieg in Folge. Der ehemalige deutsche Internationale hatte in der 31. Minute den Ball unter Kontrolle, zögerte jedoch, diesen weiterzuspielen, bis es zu spät war. Eto'o, der sich dem Torhüter langsam angenähert hatte, blockte den Abschlag Hildebrands so ab, dass der Ball den direkten Weg ins Tor fand. In der 54. Minute war Eto'o erneut zur Stelle, als er eine schöne Vorlage des Brasilianers Willian eiskalt alleine vor Hildebrand zum 2:0 verwertete. Für das Schlussresultat sorgte der eingewechselte Demba Ba (83.).

Schalke war zu Beginn forsch und ohne Respekt vor dem Gegner an der Stamford Bridge aufgetreten. Die erste gute Gelegenheit des Spiels vergab Julian Draxler in der 5. Minute, als seine Direktabnahme nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei strich. Sekunden später legte der auffälligste Schalker an diesem Abend für Adam Szalai auf, der das Tor ebenfalls nur knapp verfehlte. Die dritte und letzte Grosschance der Gäste vergab erneut Draxler, als er kurz nach der Pause am stark reagierenden Petr Cech scheiterte (52.).

Chelsea hatte Mühe, ins Spiel zu finden und agierte bis zum Führungstreffer in der Offensive ideenlos. Ein Freistoss von André Schürrle (20.) war neben dem Tor die einzige gefährliche Aktion des Heimteams vor der Pause. Jose Mourinho hatte im Vergleich zur 0:2-Niederlage am Wochenende in Newcastle sechs Änderungen in der Startformation vorgenommen. Frank Lampard, David Luiz und Ashley Cole sassen nur auf der Bank, Eden Hazard figurierte ebenso wenig wie der verletzte Fernando Torres nicht im Aufgebot. Torres war vor zwei Wochen beim 3:0 im Hinspiel in Gelsenkirchen mit zwei Toren der Matchwinner gewesen.

Basel - Steaua Bukarest 1:1 (0:1)

St.-Jakob-Park - 30'704 Zuschauer - SR Benquerença (Por).

Tore: 17. Piovaccari (Szukala) 0:1. 91. Sio (Stocker) 1:1.

Basel: Sommer; Voser, Schär, Ivanov, Xhaka; Frei (78. Diaz), Serey Die; Salah (84. David Degen), Delgado (66. Sio), Stocker; Streller.

Steaua Bukarest: Tatarusanu; Georgievski, Szukala, Gardos, Latovlevici; Pintilii (46. Filip), Bourceanu; Popa, Stanciu (62. Chipciu), Tanase; Piovaccari (76. Kapetanos).

Bemerkungen: Basel ohne Safari (verletzt).

Verwarnungen: 10. Szukala (Hands), 26. Piovaccari, 41. Bourceanu, 42. Ivanov, 79. Schär, 86. David Degen (alle Foul).

(si)

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