Kaffee-Business: Latino-Kette will Starbucks verdrängen
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Kaffee-BusinessLatino-Kette will Starbucks verdrängen

Während das Kaffee-Imperium Starbucks stark unter der Konjunkturkrise leidet, wittert Kolumbiens Kaffeeboss Gabriel Silva seine Chance: Die Kaffekette Juan Valdez soll dem US-Riesen Marktanteile abjagen.

Zurzeit sparen Konsumenten in den USA an allen Ecken und Enden, auch beim Kaffeegenuss. Das spürt auch das US-Kaffeehaus Starbucks: Stellen werden abgebaut, und die Kunden bleiben aus. Anders sieht es bei der kolumbianischen Antwort auf Starbucks, Juan Valdez, aus. Auf Ende Jahr werden neue Umsatzrekorde erwartet. Im dritten Quartal verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 35 Prozent, wie «Spiegel.de» berichtet.

Eigenanbau als Vorteil

Mit dem gemütlichen Ambiente der Restaurants unterscheiden sich die Kolumbianer optisch kaum vom grossen Vorbild. Anders als Starbucks verwertet Juan Valdez Kaffee aus eigenem Anbau, somit dürfte die Wertschöpfung von der Produktion bis zum Endverkauf optimal sein. Zusätzlich bedienen sich die Kolumbianer geschickt verschiedener Marketinginstrumente: Von der Kaffeetasse bis zum T-Shirt wird alles mit dem Label Juan Valdez verkauft.

Den Erfolg erklärt Grabriel Silva, Präsident der «Federacion de Cafeteros» folgendermassen: «Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Früher haben die Menschen Kaffee nur am Morgen getrunken, heute geniessen sie den Kaffee in unterschiedlichen Formen über den ganzen Tag.»

Stetige Expansion

Von dieser steigenden Nachfrage war Starbucks der grösste Profiteur, bis die Wirtschaftskrise den Wachstumskurs durchkreuzte. Dies macht sich nun Juan Valdez zunutze und expandiert ins Ausland: Erschlossen sind bereits Chile, El Salvador, Panama, Costa Rica und Mexiko. Selbst in Starbucks Heimmarkt, den USA, hat Juan Valdez erste Filialen eröffnet. Auch Europa ist bereits im Visier der Kolumbianer. In Spanien ist das Unternehmen bereits präsent, und in Schweden werden erste Filialen eröffnet. Die Expansion in weitere Länder sei geplant, jedoch beobachte man die Finanzkrise in Europa, um weitere Schritte zu planen, erklärt eine Sprecherin von Procafecol, der Vermarktungs- und Vertriebsgesellschaft der kolumbianischen Kaffeebauern.

Failplay

Interessant am Konkurrenzkampf zwischen Juan Valdez und Starbucks ist, dass die «Federacion de Cafeteros» beide Seiten beliefert. «Starbucks hat sehr viel für die Art und Weise getan, wie man Kaffee heutzutage geniesst, und wird wie in der Vergangenheit auch in Zukunft ein wichtiger und grosser Kunde sein,» Erklärt Silva und betont gleichzeitig, dass niemand bevorzugt wird.

(awp/scc/zac)

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