Latsis-Preis für Erforschung des Fadenwurms

Aktualisiert

Latsis-Preis für Erforschung des Fadenwurms

Der Molekularbiologe Michael Hengartner von der Universität Zürich ist mit dem mit 100.000 Franken dotierten Latsis-Preis 2006 ausgezeichnet worden.

Der 40-Jährige wird damit für seine Verdienste bei der Erforschung des Fadenwurms C. elegans geehrt, der einen wichtigen Modellorganismus darstellt. Hengartner beschäftigt sich seit bald zwei Jahrzehnten mit dem Fadenwurm C. elegans, wie der Schweizerische Nationalfonds am Mittwoch mitteilte, der den Preis im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung verleiht. Der Fadenwurm war laut Mitteilung per Zufall zum Thema für seine Doktorarbeit geworden und hatte ihn bald total fasziniert.

Seither studiert Hengartner den programmierten Zelltod, die so genannte Apoptose: So läuft auch der Zelltod beim kleinen Wurm nach einem festen Schema ab. Exakt 131 Zellen gehen im Verlauf seiner Entwicklung zugrunde. Es stellte sich bald heraus, dass es zwischen den Mechanismen, die den Zelltod des Wurms steuern, und Vorgängen im menschlichen Körper ausgeprägte Parallelen gibt.

Als man dann noch herausfand, dass in diese Prozesse beim Menschen auch Onkogene involviert sind, war klar, dass man weit mehr als einer nur unbedeutenden Laune der Natur auf der Spur war. Onkogene sind Gene, die eine Rolle bei der Entwicklung von Krebs spielen. Hengartners Doktorvater Robert Horvitz erhielt für die Erforschung des programmierten Zelltods 2002 den Medizin-Nobelpreis. Hengartner wird den Latsis-Preis am kommenden 11. Januar im Berner Rathaus entgegennehmen. (dapd)

Deine Meinung