06.08.2018 14:54

Sula checkt dich fit

Lauf gehts zum Abenteuer im Gelände

Trailrunning wird immer populärer. Ein Selbsttest von Redaktorin Sulamith Ehrensperger mit einem Ultratrail-Läufer auf dem Hausberg von Zürich.

von
Sulamith Ehrensperger
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Achtung, fertig, Trailrunning! Im Gelände lernt Redaktorin Sulamith Ehrensperger sich und ihre Grenzen besser kennen.

Achtung, fertig, Trailrunning! Im Gelände lernt Redaktorin Sulamith Ehrensperger sich und ihre Grenzen besser kennen.

Stevan Bukvic
«Der Trail beginnt für mich da, wo das Auto nicht mehr hinkommt», sagt Coach und Ultratrail-Läufer Nico Schefer. Das Naturerlebnis steht beim Laufen im Gelände an erster Stelle. «Die Läufe sind wie ein Abenteuer. Du begibst dich auf eine Reise in unbekanntes Terrain, bist offline und konzentriert auf dich und die Natur.»

«Der Trail beginnt für mich da, wo das Auto nicht mehr hinkommt», sagt Coach und Ultratrail-Läufer Nico Schefer. Das Naturerlebnis steht beim Laufen im Gelände an erster Stelle. «Die Läufe sind wie ein Abenteuer. Du begibst dich auf eine Reise in unbekanntes Terrain, bist offline und konzentriert auf dich und die Natur.»

Stevan Bukvic
Trailruns sind anspruchsvoller als eine normale Joggingstrecke. Sie fordern Koordination und Achtsamkeit auf unebenem Terrain. Wichtig ist, vorausschauend zu laufen: den Boden beobachten und reagieren lernen.

Trailruns sind anspruchsvoller als eine normale Joggingstrecke. Sie fordern Koordination und Achtsamkeit auf unebenem Terrain. Wichtig ist, vorausschauend zu laufen: den Boden beobachten und reagieren lernen.

Stevan Bukvic

Laufschuhe schnüren und loslaufen. Für Trailrunning braucht es keine Ultraläuferbeine oder Marathonkondition. Mein erstes Mal führt mich auf den Uetliberg. Der Coach an meiner Seite ist Ultratrail-Läufer Nico Schefer. Wir legen gleich los, natürlich bergauf. Was für ihn Trailrunning genau ist, frage ich schon etwas atemlos. «Der Trail beginnt für mich da, wo das Auto nicht mehr hinkommt.»

Das Naturerlebnis steht beim Laufen im Gelände an erster Stelle – ob Waldweg, Alpengletscher, Wüstenlandschaft oder Zürichs Hausberg. Seit rund fünf Jahren erlebt Trailrunning einen Boom. «Die Läufe sind wie ein Abenteuer», weiss Schefer. «Du begibst dich auf eine Reise in unbekanntes Terrain, bist offline, bist konzentriert auf dich und die Natur.»

Wettkampfdistanzen von über 100 Kilometern

Trailruns sind anspruchsvoller als eine normale Joggingstrecke. Sie fordern Koordination und Achtsamkeit auf unebenem Terrain. Wenn ich an Wettkampfdistanzen von bis über 100 Kilometer denke, kriege ich weiche Knie. Neulinge wie ich tasten sich erst mal Schritt für Schritt heran. Wichtig ist, vorausschauend zu laufen: den Boden beobachten und reagieren lernen. Für abschweifende Gedanken ist keine Zeit. Ich konzentriere mich ganz und gar auf den schmalen Weg und dass ich nicht vom Trail in die Tiefe stürze.

Diese Art von Laufen schult die Balance und fordert die Muskulatur vielseitig. Kondition, Kraft und die richtige Technik sind beim Trailrunning also das Erfolgsrezept. Es sind kleine Schritte, die mich ans Ziel bringen. Und mit den richtigen Schuhen läuft es sich trittsicherer. Bei unebenen Untergründen haben Trailrunning-Schuhe den Vorteil einer robusteren Sohle, die Griff bietet. Der Profi empfiehlt zudem für längere Touren: «Im alpinen Gelände ist eine Windjacke Pflicht, weil das Wetter schnell umschlagen kann. Auch ein Rucksack mit Wasser, Verpflegung, Verbandsset und Handy sind in abgelegenen Gebieten wichtig. Auf einsamen Trails kommt manchmal tagelang niemand vorbei.»

Spiel mit und gegen die Schwerkraft

Mit dem Trailrunning lerne ich Orte kennen, die mir sonst verborgen blieben. Mein Coach zeigt mir den «Coiffeur-Weg» und weitere, die ich ohne ihn nie gefunden hätte. Eines spüre ich schon bei meinem ersten Mal: Laufen in der Natur ist wie eine Auszeit. Es fühlt sich gut an, einfach mal offline zu sein. So viel sei verraten: Nach einem intensiven Trailrun schläft es sich viel besser.

Fazit: Im Gegensatz zum klassischen Running, bei dem vor allem Geschwindigkeit zählt, ist Trailrunning facettenreicher. Die Natur, der Trail und der eigene Körper geben den Rhythmus vor. Es braucht auch eine Prise Mut, über die schmalen Trails zu rennen oder bergab mit der Schwerkraft zu experimentieren. Trailrunning ist rausgehen, laufen, sich austoben. Manchmal spielerisch, manchmal bis ans persönliche Limit. Und die Natur geniessen. Dabei lerne ich nicht nur die Welt besser kennen, sondern auch mich selbst.

Redaktionelle Anmerkung: Für das Coaching wurde Redaktorin Sulamith Ehrensperger von Columbia Sportswear ausgerüstet.

Weitere Tipps und Tricks zum Trailrunning erfahren Sie im Interview «Auch Profis rennen nicht pausenlos bergauf»mit Ultratrail-Läufer Nico Schefer.

Nico Schefer ist Trail- und Ultratrail-Läufer. Seine Leidenschaft sind technische Trails und anspruchsvolle Downhills. Als ehemaliger Koordinator der Elite-Läufer beim Zürich Marathon kennt er sich mit allen Facetten des Laufsports aus. Er ist Co-Founder der Plattform Swiss Ultra Trail. Letztes Jahr war er drittschnellster Schweizer am Eiger Ultra Trail über 101 Kilometer. Schefer ist Software-Entwickler und Co-Founder der Visible Solutions AG und lebt mit seiner Familie in Zürich.

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