Playoff-Start: Lausanne überrumpelt die Lions, HCD legt vor
Aktualisiert

Playoff-StartLausanne überrumpelt die Lions, HCD legt vor

Die ZSC Lions verlieren zum Auftakt der Playoffs überraschend gegen Lausanne 1:4. Lugano muss gegen Servette eine 0:2-Pleite einstecken und Davos gewinnt in Kloten 3:1.

Der souveräne NLA-Qualifikationssieger ZSC Lions verzeichnete einen kompletten Fehlstart in die NLA-Playoffs und verlor daheim mit 1:4 gegen Lausanne. Aufsteiger Lausanne sorgte damit bei seiner NLA-Playoff-Premiere für einen gewaltigen Paukenschlag.

Die ZSC Lions wurden vom Achten der Regular Season im Startdrittel eiskalt geduscht. Die Gäste führten schon nach zehn Minuten siegweisend mit 3:0. Davon vermochten sich die Lions nicht mehr zu erholen, zumal sie nur sporadisch Playoff-Modus erreichten.

Blitzstart für die Romands

Benjamin Antonietti erzielte das 1:0 nach 18 Sekunden und das 3:0 in der 10. Minute, dazwischen traf der Österreicher Oliver Setzinger mit einer schöner Einzelleistung. Für den 22-jährigen Antionietti, dessen Hereingabe 1:0 von ZSC-Back Severin Blindenbacher ins eigene Tor abgefälscht wurde, waren es die Saisontore Nummer 5 und 6. Ein stümperhafter Puckverlust der ZSC Lions in der Offensive mit ausbleibendem Backchecking des Qualifikationssiegers führte zum 3:0 für die Gäste. Antonietti fand bei jenem Treffer ausreichend Zeit, um seinen eigenen Abpraller zu verwerten.

Ein viel zu passives Defensivverhalten der ZSC Lions eröffnete Lausanne bei allen Treffern grossen Freiraum im Abschluss. Nationalgoalie Lukas Flüeler war der Leidtragende; er wurde nach zehn Minuten und drei Gegentoren aus fünf Schüssen bereits in der 10. Minute durch Tim Wolf ersetzt.

Reaktion bei Spielhälfte

Erst gegen Spielmitte folgte eine kurzzeitige Reaktion der ZSC Lions. Ronalds Kenins scheiterte jedoch mit der bis dahin besten Möglichkeit der Gastgeber am Lausanner Keeper Cristobal Huet. Ein Abschluss von Patrik Bärtschi von der blauen Linie fand dann die Lücke zum zwischenzeitlichen 1:3 (33.). Und als die Lions vier Minuten vor Ende des Mitteldrittels eine doppelte Unterzahlphase von 107 Sekunden schadlos überstanden, schien zumindest die Moral beim hohen Favoriten wieder intakt. Doch trotz entschlossenen Offensivbemühungen blieb den ZSC Lions das 2:3 in der Folge verwehrt. Und nachdem die Lions in kurzer Folge Pfostenschüsse durch Marc-André Bergeron (49.) und Robert Nilsson (52.) verzeichneten, erkämpfte sich auf der Gegenseite Daniel Bang mit einem entschlossenen Antritt eine Scheibe. Und leistete ein weiteres Beispiel von Lausanner Effizienz – mit dem Treffer zum Endresultat.

Genève-Servette – Lugano: Servette für Lugano zu stark

Dem Genève-Servette HC gelang der Start in die Playoffs. Die Genfer besiegten den HC Lugano im ersten Heimspiel mit 2:0.

Die Vorentscheidung fiel bei Spielmitte. Nach 29 Minuten gelang den gefährlichen Letten Kaspars Daugavins das Führungstor. Und 177 Sekunden später erhöhte der Topskorer Matthew Lombardi auf 2:0. Diese Treffer hatten sich abgezeichnet: Chris Almond traf eine halbe Minute vor dem ersten Goal bloss den Pfosten; Lugano vermochte ab dem zweiten Abschnitt Servette nichts mehr entgegenzusetzen, nachdem die Genfer den Körpereinsatz erhöht hatten.

Frühe Entscheidung

Lugano bot sich nur in der Anfangsphase der Partie die Chance, der Partie einen anderen, erfreulicheren Verlauf zu geben. Nach sieben Minuten spielten die Tessiner während 38 Sekunden in doppelter Überzahl und kamen durch Brett McLean und Julian Walker zu Torchancen. Später boten sich noch Jacob Micflikier (19.) und Fredrik Pettersson (21.) Möglichkeiten zum ersten Tor im Spiel. Dieses gelang aber nach 29 Minuten Daugavins, weil ihm Lugano im Slot viel zu viel Raum und Zeit gewährte. Ausserdem liess sich Daniel Manzato bei den ersten beiden Gegentreffern zuerst über der Fanghand und drei Minuten später in der nahen Torecke erwischen.

Bei verschiedenen Personalentscheiden verfügte Luganos Trainer Patrick Fischer in dieser Saison eine gute Hand (Domenichelli). Bei der Wahl des Goalies für das erste Playoff-Spiel lachte ihm das Glück für einmal nicht. Auf dem Torhüterposten hatte Fischer die Qual der Wahl gehabt. Neben Manzato standen Lukas Flückiger oder Elvis Merzlikins zur Auswahl. Manzato erhielt den Vorzug und vermochte das Vertrauen zumindest bei den wegweisenden Gegentoren nicht zu rechtfertigen.

Verdienter Sieg für die Genfer

Servette setzte sich aber verdientermassen durch, weil die Genfer nach der ersten Pause das Engagement nochmals erhöhten und Lugano den Schneid abkauften. 13:4 lautete das Schussverhältnis im zweiten Abschnitt, in welchem das Team von Chris McSorley die Vorentscheidung erzwang. Erst im Schlussabschnitt, als die Tessiner Gäste alles auf eine Karte setzen mussten, geriet der Shutout von Servettes Goalie Tobias Stephan noch in Gefahr. Stephan parierte aber alle 21 Schüsse auf sein Gehäuse.

Kloten Flyers - Davos: Davoser Break dank Paulsson

Dem HC Davos gelang in der Viertelfinal-Serie gegen die Kloten Flyers gleich bei erster Gelegenheit das Break. Die Bündner setzten sich dank zwei Toren von Marcus Paulsson 3:1 durch.

Den entscheidenden Treffer erzielte Paulsson in der 49. Minute im Powerplay auf Vorarbeit von Enzo Corvi, nachdem die Flyers den Puck hinter dem Tor vertändelt hatten. Danach liessen die Gäste nicht mehr fiel zu, und nachdem die Klotener Torhüter Martin Gerber durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, machte Paulsson elf Sekunden vor dem Ende mit seinem zweiten Tor an diesem Abend alles klar. Der Schwede hat nun 26 Saisontreffer auf dem Konto und ist damit vor dem Klotener Peter Mueller (24), der ohne Skorerpunkt blieb, die alleinige Nummer 1.

Kloten dominiert zwei Drittel

In den ersten 40 Minuten waren die Gastgeber die bessere Mannschaft gewesen. Sie benötigten aber eine doppelte Überzahl, um in der 14. Minute dank Nationalstürmer Matthias Bieber in Führung zu gehen. Nach dem 1:1 von Dario Bürgler (24.), der nach einer schönen Kombination aus kurzer Distanz reüssiert hatte, vergaben die Flyers mehrere gute Möglichkeiten zum 2:1. Die beste vergab Yannick Herren in der 33. Minute, als er alleine auf den starken Leonardo Genoni losziehen konnte. Zwar liess er den Davoser Keeper herrlich aussteigen, es fehlte ihm aber die Balance um den Puck über die Linie zu bringen. Kurz vor dieser Topchance hatte der Klotener Verteidiger Micki DuPont nur den Pfosten getroffen. Flyers-Routinier Marcel Jenni bemängelte nach dem Spiel die fehlende Lockerheit. Er ist sich aber sicher, dass sein Team reagieren wird. Während der Qualifikation entschied Kloten zwei von drei Partien in Davos für sich.

Fribourg - Ambri: Ambri büsst für fehlende Disziplin

Dank zwei Toren im Powerplay gewinnt Fribourg gegen ein aufsässiges Ambri-Piotta zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals 4:2. Die Tessiner leisteten sich zu viele Strafen, hielten mit dem das Tempo des Qualifikationszweiten aber über weite Strecken mit.

Ambri konnte den Schaden in der ausverkauften Eishalle St-Léonard gegen das favorisierte Fribourg bis weit ins Schlussdrittel hinein in Grenzen halten. Erst ein Powerplay-Tor von Greg Mauldin zum 4:2 nach einer Traumkombination über Christian Dubé und Niklas Hagman brachte acht Minuten vor Schluss eine Vorentscheidung. Mit zu vielen Strafen brachten sich die Tessiner selbstverschuldet um die Früchte ihrer Arbeit.

Park fasst eine Spieldauerstrafe

Allerdings machten sich beide Teams in entscheidenden Situationen selber das Leben schwer. Im Mitteldrittel schwächte erst der bis dahin auffälligste Ambri-Stürmer Richard Park sein Team mit einem Stockend-Stich gegen Kilian Mottet und folgender Fünfminuten- plus Spieldauerstrafe. Bei 4 gegen 4 - für seine Racheaktion musste auch der Freiburger Michael Ngoy auf die Strafbank - erzielte Andrej Bykow das vermeintlich beruhigende 3:1. In der Folge fehlte Park dem Spiel der Tessiner merklich, die erste Angriffsformation büsste viel von ihrer Gefährlichkeit ein. Bis Timo Helbling mit seinem bereits zweiten haarsträubenden Fehler Ambri wieder ins Spiel brachte. Daniel Steiner nahm die Offerte des als hinterster Spieler gestolperten Helbling dankbar an und traf erstmals in diesem Jahr.

Bereits das erste Tor der Tessiner nach nur gut drei Minuten war ein Freiburger Geschenk gewesen. Ngoy hatte einen Pass genau auf den Stock Parks gespielt, dessen Schuss von Christian Dubé ins eigene Tor abgelenkt wurde. In der zweiten Hälfte des ersten Drittels hatte das Heimteam seine besten Minuten. Dank Toren von Topskorer Benny Plüss in Überzahl und Thibaut Monnet gingen sie mit einer verdienten 2:1-Führung in die erste Pause. In dieser Phase überforderte der Qualifikationszweite Ambri mit seinem hohen Tempo über sämtliche Linien hinweg. Der Elan wurde jedoch durch Helblings Fehler im zweiten Drittel wieder gebremst.

Conz überragend

Den ersten Punkt in der Viertelfinalserie sicherte den Freiburgern etwas überraschend auch Goalie Benjamin Conz, der nach einer durchzogenen Qualifikation sein Gegenüber Nolan Schaefer klar ausstach, der bei zwei Gegentreffern unglücklich aussah. Nun müssen die Leventiner morgen Donnerstag erstmals in dieser Saison in der heimischen Valascia gegen Fribourg gewinnen.

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ZSC Lions - Lausanne 1:4 (0:3, 1:0, 0:1)

Hallenstadion. - 9230 Zuschauer. - SR Kurmann/Kämpfer, Küng/Arm.

Tore: 1. (0:18) Benjamin Antonietti (Eigentor Blindenbacher) 0:1. 8. Setzinger 0:2. 10. Benjamin Antonietti 0:3. 33. Bärtschi (Blindenbacher/Ausschluss Genazzi) 1:3. 53. Bang (Gobbi) 1:4.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Lausanne.

PostFinance-Topskorer: Wick; Hytönen.

ZSC Lions: Flüeler (10. Wolf); Blindenbacher, Seger; Daniel Schnyder, Bergeron; McCarthy, Stoffel; Künzle, Trachsler, Kenins; Bärtschi, Cunti, Nilsson; Chris Baltisberger, Dan Fritsche, Schäppi; Keller, Shannon, Wick; Bastl.

Lausanne: Huet; Gobbi, Leeger; Jannik Fischer, Lardi; Stalder, Genazzi; Bürki, Seydoux; Benjamin Antonietti, Hytönen, Bang; Setzinger, Genoway, Simon Fischer; Caryl Neuenschwander, Froidevaux, Gailland; Florian Conz, Savary, Déruns.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Geering und Siegenthaler (beide verletzt), Lausanne ohne Augsburger, Morant und Reist (alle verletzt) sowie Damien Fleury und Primeau (beide überzählig). - Pfosten: 49. Bergeron, 52. Nilsson.

Genève-Servette - Lugano 2:0 (0:0, 2:0, 0:0)

Les Vernets. - 7046 Zuschauer. SR Mandioni/Massy, Mauron/Tscherrig.

Tore: 30. Daugavins (Marti) 1:0. 33. Lombardi (Bezina) 2:0.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 plus 10 Minuten (Micflikier) gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Lombardi; Brett McLean.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Vukovic, Marti; Eliot Antonietti, Bezina; Mercier, Iglesias; Girardin; Daugavins, Lombardi, Picard; Jacquemet, Romy, Hollenstein; Simek, Rod, Almond; Roland Gerber, Rivera, Petrell; Berthon.

Lugano: Manzato; Stefan Ulmer, Julien Vauclair; Heikkinen, Blatter; Hirschi, Kparghai; Dal Pian; Diego Kostner, Brett McLean, Micflikier; Pettersson, Sannitz, Brady Murray; Walker, Walsky, Ruefenacht; Kienzle, Conne, Maurer; Reuille.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Loeffel (verletzt), Stafford, Meunier und Krutow (alle überzählig), Lugano ohne Dominik Schlumpf (krank), Lehtonen und Merzlikins (beide überzählig). Pfostenschüsse: Almond (29.); Ruefenacht (57.). Timeouts: Genève-Servette (58.); Lugano (33.).

Kloten Flyers - Davos 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)

Kolping Arena. - 5889 Zuschauer. - SR Reiber/Wiegand, Kaderli/Wüst.

Tore: 14. Bieber (Santala, von Gunten/Ausschlüsse Back, Schneeberger) 1:0. 24. Bürgler (Wieser, Reto von Arx) 1:1. 49. Paulsson (Corvi/Ausschluss DuPont) 1:2. 60. (59:49) Paulsson 1:3 (ohne Goalie).

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Kloten, 5mal 2 Minuten gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Mueller; Paulsson.

Kloten Flyers: Gerber; Blum, Schelling; DuPont, von Gunten; Stoop, Vandermeer; Frick, Randegger; Bodenmann, Liniger, Jenni; Mueller, Santala, Bieber; Stancescu, Romano Lemm, Bühler; Leone, Steinmann, Hoffmann.

Davos: Genoni; Schneeberger, Forster; Guerra, Koistinen; Jan von Arx, Back; Rizzi, Grossmann; Taticek, Corvi, Ambühl; Guggisberg, Lindgren, Paulsson; Bürgler, Reto von Arx, Wieser; Sciaroni, Walser, Ryser.

Bemerkungen: Kloten ohne Du Bois (verletzt) und Hennessy (überzähliger Ausländer). Davos ohne Hofmann, Schommer und Aeschlimann (alle verletzt) und Kutlak (überzähliger Ausländer). - 32. Pfostenschuss DuPont. - Timeout Kloten (58:46), danach bis 59:49 ohne Goalie.

Fribourg - Ambri-Piotta 4:2 (2:1, 1:1, 1:0)

BCF Arena. - 6700 Zuschauer (ausverkauft). - SR Prugger/Stricker, Espinoza/Kohler.

Tore: 4. Park 0:1 (Eigentor Dubé). 10. Plüss (Sprunger, Kamerzin/Ausschluss Miéville) 1:1. 15. Monnet (Mauldin) 2:1. 26. Bykow (Sprunger/Ausschlüsse Ngoy; Park) 3:1. 39. Steiner 3:2. 52. Mauldin (Hagman, Dubé/Ausschluss Grieder) 4:2.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Fribourg, 6mal 2 plus 5 (Park) Minuten plus Spieldauer (Park) gegen Ambri.

PostFinance-Topskorer: Plüss; Giroux.

Fribourg: Conz; Kwiatkowski, Ngoy; Schilt, Kamerzin; Birbaum, Helbling; Huguenin; Monnet, Pouliot, Mauldin; Hagman, Dubé, Mottet; Plüss, Bykow, Sprunger; Vauclair, Ness, Fritsche; Lauper.

Ambri-Piotta: Schaefer; Kobach, Noreau; Nordlund, Gautschi; Sidler, Trunz; Chavaillaz, Grieder; Giroux, Park, Pestoni; Reichert, Miéville, Steiner; Bianchi, Schlagenhauf, Grassi; Lhotak, Duca, Pedretti.

Bemerkungen: Fribourg ohne Abplanalp, Hasani, Jeannin (alle verletzt), Miettinen und Jurcina (überzählige Ausländer), Ambri ohne Lüthi (verletzt) und Williams (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Bykow (20.). Timeout Ambri (58:56), danach ohne Torhüter. (si)

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