Aktualisiert 15.02.2006 17:39

Lauterbach beichtet Sex- und Drogen-Exzesse

Als skandalös anmutende Beichte seiner Sex- und Alkohol-Exzesse bringt Schauspieler Heiner Lauterbach jetzt seine Autobiografie «Nichts ausgelassen» heraus.

«Mein Leben bestand aus vielen Orgien, und in Memoiren muss man auch das Herbe erzählen», erklärte der 52-Jährige in einem «stern»-Interview, das am Donnerstag erscheint. Die «Bild»-Zeitung druckte am Mittwoch erste Auszüge aus dem Buch. Lauterbach bekennt unter anderem, dass er 25 Jahre lang alkoholabhängig war und auch harte Drogen genommen hat.

«Ich hatte Langeweile, also habe ich gesoffen und gehurt», sagte Lauterbach in dem Interview. Er sei «reiner Wirkungstrinker», habe sich zehn Jahre lang zum Alkoholiker gesoffen und sei es 25 Jahre lang geblieben, erklärte er. Seit zwei Jahren trinke er überhaupt keinen Alkohol mehr.

Nach eigener Darstellung hatte Lauterbach früher unzählige Sexbeziehungen. «Ich war eben ein rheinländischer Hallodri. Es gab kaum eine gut aussehende Frau, mit der ich nicht gerne schlafen wollte», sagte er. Als junger Schauspieler hatte er in den Softpornos «Schulmädchen-Report» mitgewirkt. Im Privatleben verhielt er sich ähnlich freizügig und hatte mit zwei Frauen «flotte Dreier» oder zusätzlich mit einem Freund «variable Vierer».

Bordelle besuchte er auch gerne: «Wir haben es blubbern lassen», sagte Lauterbach dem «Stern». «Das ist für mich immer einer der schönsten Momente im Bordell gewesen, wenn man mit Kumpels im Whirlpool liegt und so ein paar aufgeschlossene Mädels dabei hat.» Mit den Prostituierten habe er «immer irgendwas Abgefahrenes» erleben wollen.

Nach eigenen Angaben machte Lauterbach auch Erfahrungen mit harten Drogen. Kokain erhöhe zwar Wohlbefinden und Glücksgefühl, sagte er. «Aber auf lange Sicht büsst man Kokain mit Depressionen. Deshalb sind Drogen letztendlich ein sinnloses Nullsummenspiel, das dazu noch brandgefährlich ist», meinte der 52-Jährige. Er habe nur mit sehr viel Glück überlebt.

1971 sei er in Neu-Delhi mit Haschisch erwischt worden. Im indischen Gefängnis habe ihn ein Wärter sexuell zu nötigen versucht. «Es war so demütigend und abartig eklig, dass ich mir seither vorstellen kann, wie das für Frauen ist, wenn sie vergewaltigt werden», sagte Lauterbach dem «Stern». «Ich bestand nur noch aus Angst und Hass und dem Wunsch, mich an diesem Mann zu rächen.»

Die grosse Wende in seinem Leben kam im Sommer 2000, als er kurz nach der Trennung von Jenny Elvers seine jetzige Frau Viktoria kennen lernte. Sein Freund Mark habe die beiden Playboy-Modelle Viktoria Skaf und Gitta Saxx mitgebracht. «Viktoria hatte ein Lachen, das mich regelrecht verzauberte», schreibt er laut «Bild» in seinem Buch. «Den ganzen Abend hing ich an ihren Lippen und war schier ausser Stande, auch nur einen Bissen 'runterzukriegen. Ich war nach langer, langer Zeit wieder einmal vom Blitz getroffen worden.» Für ihn habe sofort festgestanden, dass er mit Viktoria einmal Kinder haben würde, was er ihr auch gleich gesagt habe.

(»Heiner Lauterbach: Nichts ausgelassen», 448 Seiten, 19,90 Euro, Droemer Verlag, Erscheinungstermin: 21. Februar) (dapd)

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