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Grindelwald-FirstLawine schiebt Alphütte mitten auf die Skipiste

Bei einem Lawinenniedergang am Sonntagnachmittag ist eine Holzhütte von ihrem Platz verschoben worden und auf der Skipiste gelandet. Verletzt wurde niemand, das Haus erlitt Totalschaden.

von
Simon Beeli

Kein Anstehen an den Liften, stahlblauer Himmel, Sonnenschein pur – der Montag präsentierte sich für Wintersportler von seiner goldigen Seite. Auch Leserreporter Patrick Feller aus La Chaux-de-Fonds geniesst den herrlichen Tag im Berner Oberland und rauscht mit den Skiern über die fast leeren Pisten von Grindelwald.

Bei der Alp Grindel im Gebiet Grindelwald-First oberhalb der Piste Bärgelegg macht der 23-jährige Student eine skurille Entdeckung. «Mitten auf der Piste stand plötzlich eine Alphütte. Sie war in der Hälfte auseinandergebrochen und ziemlich kaputt», erzählt Feller 20 Minuten Online. «Eine Lawine hat das Holzhaus wohl auf die Piste gespült, im Inneren war alles voller Schnee.»

Früher ein kleines Restaurant

Feller, der eine Ferienwohnung in Grindelwald besitzt und sich in der Gegend gut auskennt, erinnert sich, dass er noch im letzen Jahr in der Hütte eingekehrt war. «Zu diesem Zeitpunkt war das noch ein kleines Restaurant, doch in diesem Jahr stand das Haus leer.»

Patrizia Pulfer, Medienverantwortliche der Jungfraubahnen, bestätigt den Zwischenfall: «Die Lawine war bereits am Sonntagnachmittag nach Pistenschluss niedergegangen. Personen kamen dabei keine zu Schaden.» Dabei sei die Alphütte durch die Wucht der Schneemassen um ca. fünf Meter verschoben worden und so auf der Piste gelandet.

Alphütte stand nahe an der Piste

«Nach der Schlusskontrolle haben wir gesehen, wie die Schneemassen in Bewegung kamen, es war eine ziemlich heftige Lawine. Seit 1921 gab es in diesem Gebiet keinen so starken Niedergang mehr», erzählt Andreas Heim, der als Pisten- und Rettungschef der Jungfraubahnen für die Sicherheit im Skigebiet verantwortlich ist. «Die Alphütte gehört einem unserer Mitarbeiter, der sie jeweils während den Sommermonaten landwirtschaftlich nutzt.» Vierzig Kühe befinden sich dann auf der Alp Grindel, wo auch der gleichnahmigen Alpkäse produziert wird.

Der Besitzer hatte Glück im Unglück. Zum Zeitpunkt des Lawinenniedergangs befand sich niemand in dem Gebäude. Trotzdem hat ihn den Verlust der Alphütte stark mitgenommen. «Gestern ging es ihm noch einigermassen gut, doch als er heute das Ausmass des Schadens sah, bekam er einen riesigen Schock», schildert Heim den Gefühlszustand seines Kollegen. Denn die Hütte ist nicht mehr zu retten. «Was jetzt mit dem Haus passiert, wissen wir noch nicht genau. Aber wahrscheinlich wird es abgerissen, der massive Holzbau ist total beschädigt und nicht mehr zu retten», sagt Heim.

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