Zentralschweiz: Lawinenkurse sind sehr beliebt
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ZentralschweizLawinenkurse sind sehr beliebt

Immer mehr Leute absolvieren in der Zentralschweiz einen Lawinenkurs. Grund dafür sind auch Unglücke wie letzte Woche im Berner Diemtigtal.

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Clarissa Rohrbach/Markus Fehlmann

«In dieser Saison besuchen bei uns 60 Personen einen Lawinenkurs – doppelt so viele wie im Vorjahr», sagt Alois Infanger, Geschäftsführer von Montanara in Isenthal. Viele Teilnehmer möchten sich sicher fühlen, wenn sie auf eine selber organisierte Schneetour gehen. Zur Zunahme führen laut Infanger aber auch Lawinenunglücke wie das vom letzten Wochenende im Diemtigtal, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen.

Sehr gut gebucht sind auch die Lawinenkurse bei der Bergschule Uri, die in dieser Wintersaison rund 200 Teilnehmer ausbildet. «In den letzten Jahren verzeichnen wir eine stetige Zunahme», sagt der stv. Geschäftsführer Jean-Pierre Damerau. Die Leute seien stärker auf das Thema sensibilisiert. Trotzdem: «Die wenigsten, die neben der Piste fahren, haben eine Ausbildung.»

Dieses Problem sieht auch Martin Vogel, der in Sörenberg Lawinenkurse gibt: «Zu viele Schneesportler gehen unbesorgt neben die Piste.» Er wünscht sich, dass vor allem die «jungen, wilden Freerider» mehr Kurse besuchen würden. Das Unglück im Diemtigtal wird ihn wohl auch am nächsten Wochenende beschäftigen, wenn der nächste Kurs stattfindet. Vogel: «Ich bin für Fragen gewappnet.»

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