Laxey gibt auf

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Laxey gibt auf

Nach fast einjährigem Übernahmekampf um den grössten Schweizer Baukonzern Implenia hat der britische Hedge Fund Laxey die Waffen gestreckt.

Laxey gab am Freitag bekannt, das Angebot an die Implenia-Aktionäre werde nicht weiter verfolgt. An der Schweizer Börse stürzte der Implenia-Aktienkurs ab.

Das Angebot an die Implenia-Aktionäre wird von Laxey nicht weiter verfolgt, weil der Verwaltungsrats von Implenia sich weiterhin weigert, das Laxey-Aktienpaket voll einzutragen, wie der Hedge Fund in Zürich mitteilte. Die Bedingungen im Pflichtangebotsprospekt betreffend die Stimmrechte würden nicht erfüllt. Wäre die Eintragung erfolgt, hätte Laxey sein Angebot aufrechterhalten, heisst es in der Mitteilung.

Laxey kritisierte das Verhalten des Implenia-Verwaltungsrats in der Mitteilung als haltlos. Nirgends sonst könne sich ein Verwaltungsrat zum Erhalt seiner Position auf diese Weise über die Interessen seines grössten Aktionärs hinwegsetzen, wurde Laxey-Investmentdirektor Roger Bühler zitiert. Laxey werde weiterhin für die Eintragung aller Stimmrechte kämpfen. Bisher sind nur 4,9 Prozent ihrer Stimmen eingetragen.

Während der am vergangenen 20. März formell abgelaufenen Angebotsfrist wurden Laxey 4,23 Prozent aller Implenia-Aktien angedient. Damit wäre die Laxey-Beteiligung auf 36,8 Prozent gestiegen. Die geringe Andienungsquote sei ein klares Misstrauensvotum, schrieb der Vontobel-Analyst Patrick Laager. Laxey hat während der Angebotsfrist nach eigenen Angaben 4,1 Prozent der Implenia-Aktien am Markt erworben und hält nun 38,1 Prozent an Implenia. Was Laxey damit vorhat, war vorerst nicht bekannt. Von Implenia lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Die Anleger reagierten enttäuscht. An der Schweizer Börse sackte der Implenia-Aktienkurs im frühen Geschäft um bis zu 7,7 Prozent auf 28,60 Franken ab. Am Vormittag stand er mit 29,50 Franken noch 4,8 Prozent tiefer als am Vorabend.

Der Kampf um Implenia war von Laxey im April letzten Jahres eröffnet worden, als der Hedge Fund überraschend eine 12,2-Prozent-Beteiligung bekannt gab. Bereits eine Woche später hatte Laxey den Anteil auf 22,9 Prozent aufgestockt. Die Implenia-Führung wehrte sich von Anfang an gegen die Übernahme, unter anderem wegen der Lex-Koller. Zudem warf sie Laxey vor, beim Erwerb der Beteiligung Meldepflichten verletzt zu haben.

Dies wurde am vergangenen 7. März von der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) gestützt, die eine Strafanzeige beim Eidgenössischen Finanzdepartement ankündigte. Laut EBK-Verfügung hatte sich Laxey die potenzielle Kontrolle über die Stimmrechte eingeräumt, weshalb die Aktien dem Hedge Fund zuzurechnen seien. Es handle sich um einen indirekten Aktienerwerb im Sinne des Börsengesetzes und unterliege der Offenlegungspflicht. Laxey hat die EBK-Verfügung inzwischen beim Bundesverwaltungsgericht angefochten. (dapd)

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