Übernahme-Kampf: Laxey soll Implenia-Beteiligung ausgebaut haben
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Übernahme-KampfLaxey soll Implenia-Beteiligung ausgebaut haben

Der Konflikt zwischen dem Baukonzern Implenia und dem Hedge-Fonds Laxey geht in eine nächste Runde: Implenia sieht Anzeichen, dass die Briten ihre Beteiligung weiter ausgebaut haben.

Doch selbst wenn Laxey über 50 Prozent der Implenia-Aktien haben sollte, werde deren Eintragung weiterhin verweigert, heisst es in einem Brief an die Aktionäre des Baudienstleisters, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Laxey baut Beteiligung aus

Die Aktionäre hätten die Eintragungslimiten für ausländische Investoren erst vor rund einem Jahr bestätigt, erklärt Implenia. Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass Laxey seine aktuelle Beteiligung gemäss der Eidgenössischen Bankenkommission und dem Bundesverwaltungsgericht illegal aufgebaut habe.

Im eigenen Interesse habe der Implenia-Verwaltungsrat Laxey bereits früher angeboten, bei der Platzierung der vom Hedge-Fonds gehaltenen Aktien zu helfen. Laxey sei aber auf diese Vorschläge bislang nicht eingetreten.

Gute Aussichten

Wie Implenia im neusten Aktionärsbrief weiter festhält, dürfte im Geschäftsjahr 2008 der Umsatz des Vorjahrs von 2,3 Mrd. Fr. erreicht worden sein. Trotz nachlassender Konjunktur stimme auch der Auftragsbestand für das laufende Jahr zuversichtlich. Den detaillierten Jahresabschluss veröffentlicht Implenia am 10. März.

Der Einstieg von Laxey bei Implenia stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Überraschend legte der britische Hedge-Fonds im April 2007 offen, dass er einen Anteil von 12,2 Prozent am grössten Schweizer Baukonzern besitze. Implenia wehrte sich von Anfang an gegen den Einstieg von Laxey.

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte kurz vor Weihnachten die Auffassung der Eidg. Bankenkommission, dass Laxey die Meldepflicht des Börsengesetzes verletzt habe. Damals hiess es, dass Laxey eine Beteiligung von 34,1 Prozent an Implenia halte. Mitte Dezember hatte eine ausserordentliche Implenia-Generalversammlung eine Eintragung von mehr als 4,9 Prozent der Aktien im Aktienregister abgelehnt.

Implenia hoffte, dass Laxey sein Aktienpaket so schnell wie möglich verkaufen werde. Im Mai 2008 hatte es bei Laxey zu den Preisvorstellungen geheissen, 30 Franken pro Aktie als Verkaufspreis seien zu tief. Am Dienstag lag der Kurs der Implenia-Aktie bei knapp 28 Franken.

Interesse an Implenia bekundete in der Vergangenheit auch der österreichische Baukonzern Strabag. Strabag machte bisher aber kein öffentliches Kaufangebot.

(sda)

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