09.11.2020 11:57

Es drohen KonsequenzenLazio soll bewusst positiv getestete Spieler eingesetzt haben

Bei Lazio Rom wurden drei Spieler positiv getestet, in der Champions League durften sie nicht spielen, in der Serie A schon.

von
Marcel Rohner
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Ungemach droht: Lazio Rom (hier Sergej Milinkovic-Savic) soll in Sachen Corona grob fahrlässig gehandelt haben. 

Ungemach droht: Lazio Rom (hier Sergej Milinkovic-Savic) soll in Sachen Corona grob fahrlässig gehandelt haben.

Foto: Giuseppe Bellini (Getty Images)
Am 1. November gab es gegen Torino ein spätes 4:3, erzielt durch den früheren Basler Felipe Caicedo. Nun fordert der Gegner aber einen Forfait-Sieg.

Am 1. November gab es gegen Torino ein spätes 4:3, erzielt durch den früheren Basler Felipe Caicedo. Nun fordert der Gegner aber einen Forfait-Sieg.

Foto: Jonathan Moscrop (Getty Images)
Grund dafür ist unter anderem er hier: Ciro Immobile wurde in einem Labor der Uefa positiv getestet, in jenem von Lazio aber negativ. 

Grund dafür ist unter anderem er hier: Ciro Immobile wurde in einem Labor der Uefa positiv getestet, in jenem von Lazio aber negativ.

Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Bei Lazio Rom wurden drei Spieler positiv getestet.

  • In der Champions League spielten Immobile & Co. nicht, in der Serie A schon.

  • Der Fussballverband untersucht den Fall, es drohen harte Konsequenzen.

Lazio Rom ist das Team der späten Tore. In der Nachspielzeit der letzten zwei Spiele traf das Team von Trainer Simone Inzaghi dreimal, das machte aus null Punkten immerhin vier. Wären die Partien gegen Torino und Juventus verloren gegangen, so stünde Lazio jetzt auf Rang 13.

Nun aber droht den Römern Ungemach. Ungemach, das sie ganz schnell in solche Regionen der Tabelle absinken lässt. Ungemach auch, das offenbar gleich selbst heraufbeschworen wurde. Denn Torino, der Gegner vom 1. November, will Gerechtigkeit, das heisst im Fussball: Aus dem 3:4 aus Sicht des Unterlegenen soll am grünen Tisch ein 3:0-Sieg werden.

Es könnte aber noch dicker kommen für Lazio Rom, das in dieser Saison erstmals seit 13 Jahren wieder in der Champions League spielt. Von einer Geldstrafe ist die Rede, von Punktabzug oder dem Ausschluss aus der Serie A. Ja sogar die Justiz interessiert sich für den Fall, der Grund: «fahrlässige Verursachung einer Epidemie».Was ist passiert? Natürlich geht es um das Coronavirus und insbesondere um die Orte, in denen getestet wird. Lazio macht das in Avellino, einem Ort nahe Napoli, ziemlich weit weg von der Hauptstadt, Provinz Kampanien. Dort lauten die Regeln anders als im Latium, wo Rom liegt. Im Kampanien meldet der Club selbst positive Fälle dem Gesundheitsamt, nicht das Labor.

Bei der Uefa positiv, in der Serie A gespielt

Die Uefa seinerseits, und das ist wichtig, weil Lazio eben in der Champions League spielt, testet in der Nähe von Florenz. Zweimal, am 28. Oktober und am 2. November, befindet das Labor Synlab, dass drei Römer Spieler positiv sind, Goalie Thomas Strakosha, Mittelfeldspieler Lucas Leiva und Stürmer Ciro Immobile. Sie dürfen nicht zu den Spielen gegen Brügge und St. Petersburg reisen.

Dazwischen und danach stehen Spieltage in der Serie A an und damit Tests im Nicht-Uefa-Labor in Avellino. Die Ergebnisse: Die Spieler sind plötzlich alle negativ, der Italiener Immobile und der Brasilianer Leiva werden gegen Torino eingewechselt, Immobile schiesst in der Nachspielzeit eines der beiden Tore, das Lazio schliesslich den Sieg bringt, den Torino nun eben für sich reklamiert.

Warum solche Forderungen von Juventus erst einmal nicht zu hören sind: Das Gesundheitsamt kam Lazio dann doch zuvor und verhinderte einen Einsatz der drei Spieler. Sie wurden am Samstag in einem weiteren Labor, diesmal in Rom, getestetwieder (oder immer noch) waren sie positiv.

Die Frage also lautet nun: Hat Lazio im Spiel gegen Torino bewusst positive Spieler eingesetzt und eben, wie es im italienischen Strafgesetzbuch heisst, eine Epidemie verursacht oder zumindest eine weitere Ausbreitung einer solchen in Kauf genommen? Das prüft jetzt der italienische Fussballverband. Er könnte zu einem Ergebnis kommen, das Lazio nicht mehr mit Toren in der Nachspielzeit korrigieren kann.

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20 Kommentare
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Pitt

10.11.2020, 17:17

Es gibt sicher noch mehr die das gleiche machen,wieso wird nicht mehr dagegen unternommen, weil alle Angst haben wegen dem Geld das verloren geht. Fussball ist so nicht mehr interessant bei dieser Sonderstellung bei den ProfivereinenAbbruch wäre das beste, alles andere ist Betrug an die Zuschauer.

Mönch Coron

10.11.2020, 14:25

Traget Masken und arbeitet

folzainda

10.11.2020, 08:03

Bitte Herr Dr. Daniele Ganser Sie sind doch Historiker helfen Sie uns. Sie wissen bestimmt was im Jahre 2006 in Italien wirklich abgegangen ist. Calciopoli war nämlich eine Farsopoli wie sich das ganze im nachhinein nach Jahren bestätigt hat.