Unverbesserlich: Le Pen wiederholt Äusserung zu Gaskammern
Aktualisiert

UnverbesserlichLe Pen wiederholt Äusserung zu Gaskammern

Der französische Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hat im EU-Parlament für einen Eklat gesorgt. Der Parteichef der Front National (FN) wiederholte am Mittwoch seine Äusserung, die Gaskammern in den deutschen Vernichtungslagern seien ein «Detail» der Weltgeschichte.

Jetzt wollen auch die Konservativen im Parlament verhindern, dass Le Pen nach der Europawahl als Alterspräsident die erste Parlamentssitzung leitet. Der 80-jährige Le Pen ist mehrfach wegen rassistischer und judenfeindlicher Äusserungen verurteilt worden. Wegen der seit 1987 mehrfach wiederholten «Gaskammern»-Äusserung wurde er in Frankreich mit einer Geldbusse von rund 300 000 Franken belegt. Da er sie 1997 in München wiederholt hatte, wurde er auch vom dortigen Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Urteile zeigten, «in welchem Zustand sich die Meinungsfreiheit in Europa» befinde, sagte Le Pen vor dem Parlament. Er reagierte damit auf eine Bemerkung des Fraktionschefs der Sozialisten, Martin Schulz (SPD), der ihn am Vortag im Strassburger Parlament als «alten Faschisten» und «Holocaust-Leugner» bezeichnet hatte.

Linke und Grüne im Parlament versuchen schon länger, einen möglichen Auftritt von Le Pen als Alterspräsident bei der konstituierenden Parlamentssitzung nach der Europawahl zu verhindern. (sda)

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