Street Retreat: Leben auf der Strasse als Sozialpraktikum
Aktualisiert

Street RetreatLeben auf der Strasse als Sozialpraktikum

Eine Woche in Bern auf der Gasse leben – das ist das neue Projekt des St.Galler Pfarrers Patrick Schwarzenbach.

von
Tabea Waser
Nach der Einsiedelei zieht es den St.Galler Pfarrer Patrick Schwarzenbach auf die Strasse. (Bild: UPZ)

Nach der Einsiedelei zieht es den St.Galler Pfarrer Patrick Schwarzenbach auf die Strasse. (Bild: UPZ)

Für drei Monate lebte Patrick Schwarzenbach im Rahmen des Gallusjubiläums St.Gallen vor einem Jahr als Einsiedler im Wald (20 Minuten berichtete). Street Retreat heisst nun sein neues Projekt: Vom 7. bis 11. Oktober verbringt der 29-Jährige mit einer Gruppe junger Erwachsener eine Woche in Bern auf der Strasse – ohne Geld, Telefon, Schlafsack oder Gepäck. «Das Aushalten von schweren Situationen und das Teilen des Lebens mit anderen verändert die Teilnehmenden und alle die mit ihnen in Kontakt kommen», ist Schwarzenbach überzeugt.

Weg vom normalen Alltag

Eine der Teilnehmenden ist die Psychmotoriktherapeutin Sara Schmid (31) aus Zürich: «Die Vorstellung, eine Woche weg vom normalen Alltag zu sein, fasziniert mich. Ich werde aber sicher an meine Grenzen stossen.» Den Lebensunterhalt sollen sich die Teilnehmenden erbetteln. «Das wird bestimmt Überwindung kosten», ist Schmid überzeugt, «schliesslich hätte man das ja nicht nötig.»

Übernachtet wird im Park oder in Notschlafstellen. Ueli Schürch von der Notschlafstelle Sleeper in Bern ist skeptisch: «Wir sind mit unserer Kapazität am Anschlag und haben eigentlich keinen Platz für solche Experimente.» Auch Franz Dillier, Leiter des Passantenheims der Heilsarmee teilt diese Meinung: «Wir brauchen den Platz in erster Linie für Leute in Not.»

www.arm-dran.ch

Deine Meinung