Leser stellen sich vor: Leben im Hangar-Haus
Aktualisiert

Leser stellen sich vorLeben im Hangar-Haus

Wohnen in der Flugzeughalle: Leser Bernardo Amacker öffnet die Türen zu seinem Hangar-Haus in Susten VS.

von
Meret Steiger
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«Eigentlich bin ich gar kein so grosser Flugzeugfan», erzählt Bernardo Amacker, der in diesem Hangar-Haus in Susten VS ...

«Eigentlich bin ich gar kein so grosser Flugzeugfan», erzählt Bernardo Amacker, der in diesem Hangar-Haus in Susten VS ...

Bernardo Amacker
... mit seiner Lebenspartnerin wohnt.

... mit seiner Lebenspartnerin wohnt.

Bernardo Amacker
Amacker hat ein Faible für aussergewöhnliche Wohnräume.

Amacker hat ein Faible für aussergewöhnliche Wohnräume.

Bernardo Amacker

Die Rubrik «Leser stellen sich vor» widmet sich diesen Monat dem Thema Wohnen. Vier Leserinnen und Leser öffnen die Türen zu ihrem aussergewöhnlichen Zuhause. Als Zweiter zeigt Bernardo Amacker sein Hangar-Haus.

Susten oder auch «Suschtu», wie die Einheimischen ihr Dorf nennen, liegt mitten im Herzen des Wallis. Es gehört zur Gemeinde Leuk, das nicht zuletzt wegen seiner historischen Bauten zum Touristenmagnet wurde. Nur ein paar hundert Meter entfernt trifft man auf eine ganz andere Architektur: Das Hangar-Haus, das Bernardo Amacker 2012 erbaut hat und in dem er mit seiner Lebenspartnerin wohnt. «Dabei bin ich eigentlich gar kein grosser Flugzeugfan – aber ich kann mich für aussergewöhnliche Wohnräume begeistern», erzählt der 44-Jährige.

Inspiration vom Reduit-Flugplatz

Lange suchte der Walliser nach einer Inspiration für sein eigenes Haus. Auf dem Weg zur Arbeit fuhr der gelernte Zimmermann regelmässig am Reduit-Flugplatz Turtmann vorbei. Der 2003 ausgemusterte Landeplatz wird heute für zivile Zwecke genutzt - nicht aber der Hangar. Er dient als Garage für Armeepanzer. Die Form der Hangars hat es dem Walliser angetan, eine Idee war geboren.

Die Planungsphase gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Als gelernter Zimmermann wollte Amacker die Gesamtkonstruktion aus Holz und Beton fertigen, sah dann aber davon ab: «Bei genauerer Betrachtung wäre das leider viel zu teuer geworden.» Der 44-Jährige wandte sich daraufhin an einen befreundeten Stahlbauer, der Industriehallen und Ähnliches plant und ihm die günstigere Stahlkonstruktion empfahl.

Ein Haus in Hangar-Form: Darf man das?

Ein solches Gebäude stellt nicht nur konstruktive Herausforderungen, sondern auch baurechtliche: Darf man so etwas Aussergewöhnliches überhaupt bauen? Zur Sicherheit liess Amacker das früh genug abklären. Dafür ging er mit seinen eigenen, handgezeichneten Plänen, noch vor dem Baugesuch zur Gemeinde und liess sich bestätigen, dass das so möglich und erlaubt ist. Die Gemeinde hatte allerdings eine Bedingung: Das auffällige Konstrukt sollte nicht im Dorfkern stehen, sondern etwas ausserhalb.

Kein Problem: Amacker fand ein Grundstück auf 680 M.ü.M, knapp ausserhalb der Landwirtschaftszone. Das war 2011. Ein Jahr später war die Baute erstellt, Amacker konnte sich mit der Inneneinrichtung befassen. Auch diese orientiert sich an der Formensprache des Hauses: Nicht nur im Badezimmer ist, passend zum Dach, alles rund. Auch Wohnzimmertisch, Sofa und Beleuchtung nehmen die geschwungene Form des Dachs wieder auf. Eine im wahrsten Sinn des Wortes runde Sache.

Leser stellen sich vor

Diese Serie dreht sich um das Wichtigste bei 20 Minuten: die Leserinnen und Leser. Jeden Mittwoch wird ein Mitglied der Community vorgestellt, zu einem monatlich wechselnden Thema. Im April sprachen wir mit Lesern, die sich erfolgreich selbstständig gemacht haben. Diesen Monat widmen wir uns dem Thema Wohnen. Alle Interviews finden Sie hier>>

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