Aktualisiert 08.02.2010 14:13

Nach SchneesturmLeben in D.C. eingefroren

Nichts geht mehr: Nach einem der schwersten Winterstürme seit Jahrzehnten in Washington bleiben die Ministerien und Behörden der US-Hauptstadt geschlossen. Busse fuhren nicht, Kinder hatten schulfrei.

Auch zwei Tage nach einem der schwersten Winterstürme seit Jahrzehnten in Washington und Umgebung war die Region weiter wie gelähmt. In der US-Hauptstadt blieben am Montag Ministerien und Behörden geschlossen, U-Bahnen und Busse fuhren nur eingeschränkt.

Wer sich am Morgen auf den Weg zur Arbeit machte, hatte mit spiegelglatten Strassen zu kämpfen. Auf den Bürgersteigen türmten sich teils mannshohe Schneewälle. Für diesen Dienstag sagen die Meteorologen schon wieder neuen Schnee voraus, diesmal zwischen 10 und 20 Zentimeter in der Gegend von Washington.

Der kniehohe Schnee vom Wochenende führte nach Medienangaben zu akuten Behinderungen im Nah- und Fernverkehr und betraf auch die grossen Nachbarstädte Philadelphia und Baltimore. Auf den Flughäfen der Region fielen zahlreiche Flüge aus. Reisende wurden aufgerufen, nur nach ausdrücklicher Flugbestätigung zu den Airports zu fahren.

Zehntausende ohne Strom

Unter der Last des Schnees gaben zahlreiche Dächer und Überlandleitungen nach, Zehntausende waren ohne Strom. Die Behörden stellten beheizte Notquartiere bereit.

Angesichts vereister Strassen blieben die Schulen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Der Schneesturm hatte den betroffenen Regionen am Wochenende an manchen Stellen Neuschnee von bis zu einem knappen Meter beschert.

Mehr als zehn Menschen, darunter auch Kinder, mussten wegen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Familien hatten Holzkohlen-Grills und einen gasgetriebenen Generator im Haus als zusätzliche Heizung benutzt, nachdem der Strom ausgefallen war.

Die Räumdienste hoffen, bis zu den neuen erwarteten Schneefällen am Dienstagnachmittag (Ortszeit) so viele Strassen wie möglich freigeräumt zu haben.

«Es ist eine langsame und mühselige Arbeit», sagte Neil Pedersen von der Strassenverwaltung im US-Staat Maryland der «Washington Post». «An manchen Kreuzungen liegen zwei bis zweieinhalb Meter hohe Schneehügel, die weggeschoben werden müssen.»

(sda)

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