«Redesign the World» von «Dezeen» – Leben wir bald in schwimmenden Städten?
Soll aussehen, wie eine Walschule und den Planeten retten: «The Whales», das Designprojekt von Justinian Khoo.

Soll aussehen, wie eine Walschule und den Planeten retten: «The Whales», das Designprojekt von Justinian Khoo.

Dezeen / Twinmotion / Justinian Khoo
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ZukunftsvisionLeben wir bald alle in schwimmenden Städten?

Für einen Wettbewerb hat Designer Justinian Khoo einen gewagten Vorschlag: Laut ihm sollen wir künftig in schwimmenden Städten wohnen, um der Natur mehr Raum zu geben.

von
Meret Steiger

«Gewagt und futuristisch» sollen die Einreichungen für den «Redesign the World»-Wettbewerb von «Dezeen» sein. Das Architekturmagazin sucht Design-Ideen, die die Erde schützen und möglichst lange bewohnbar halten. Gebäudedesigner Justinian Khoo hat diesen Auftrag wohl genau richtig verstanden: Sein Entwurf ist gewagt, nachhaltig – und faszinierend.

Die Idee von Finalist und Gebäudedesigner Khoo: Wenn die Menschheit aufs Meer zieht, dann kann die Natur sich das Land zurückholen.

Die Idee von Finalist und Gebäudedesigner Khoo: Wenn die Menschheit aufs Meer zieht, dann kann die Natur sich das Land zurückholen.

Dezeen / Twinmotion / Justinian Khoo

Khoo, der zweite Finalist des Wettbewerbs, schlägt vor, dass die Menschheit aufs Wasser ziehen soll, in schwimmende Städte. Damit soll die Natur das Land zurückerobern können und so für bessere Luft, besseres Klima und mehr Artenvielfalt sorgen. «Eine nachhaltige Stadt, in der Schönheit, Qualität und Ökologie im Vordergrund stehen, könnte unseren Planeten vor dem Klimawandel retten – und für mehr Platz an Land sorgen», sagt Khoo gegenüber «Dezeen».

So nachhaltig wie möglich

Der Entwurf heisst «The Whales» (die Wale) und zeigt eine Ansammlung von schwimmenden Städten, die nur entfernt an Kreuzfahrtschiffe erinnern. Inspiration für die Form holte sich Khoo in der Natur: «Mein Vorschlag ist, treibende Städte zu bauen, die an die sanften Riesen der Meere erinnern.» Die Anordnung und Form der Städte soll wie eine Gruppe Wale aussehen. Nachhaltigkeit spielt im Wettbewerb eine grosse Rolle, so sollen die Städte komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Die Visualisierungen zeigen futuristische Städte, aber auch viele Bäume und Wiesen.

Die Visualisierungen zeigen futuristische Städte, aber auch viele Bäume und Wiesen.

Dezeen / Twinmotion / Justinian Khoo

Durch die Fischerei gäbe es für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur proteinreiche Nahrung, mit den Abfällen sollen auch Anbauflächen für Obst, Gemüse und andere Pflanzen gedüngt werden können: «Die Städte verfügen über ein nachhaltiges Anbausystem für den Anbau von Obst und Gemüse sowie ein System für die Fischzucht», sagt Khoo. Durch Pflanzen soll auch das Abwasser gefiltert werden, Essensreste werden kompostiert, um Abfall möglichst zu minimieren.

Mittels Fischzuchten sollen die Bewohnerinnen und Bewohner zu Protein kommen, schwimmende Anbauflächen sorgen für Obst und Gemüse.

Mittels Fischzuchten sollen die Bewohnerinnen und Bewohner zu Protein kommen, schwimmende Anbauflächen sorgen für Obst und Gemüse.

Dezeen / Twinmotion / Justinian Khoo

Ist das überhaupt umsetzbar?

«Die Städte sind für das menschliche Überleben designt, aber auch so, dass die Meere möglichst geschützt werden. Gleichzeitig gibt es der Natur an Land Zeit, endlich aufzuatmen. Die Natur kann sich das Land zurückerobern, Tiere und Insekten können sich frei ausbreiten und ihre wichtige Rolle in unserem Ökosystem wahrnehmen», sagt Khoo über die Motivation hinter seinem Entwurf.

Obwohl es bei dem Wettbewerb in erster Linie um Design geht, ist Umsetzbarkeit durchaus ein Faktor. Wie realistisch Justinian Khoos Idee ist, wird sich bei der Preisverleihung Mitte November zeigen. Die Projekte der anderen Finalisten und Finalistinnen findest du auf der Website von «Dezeen».

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