Realität als Simulation: Die Welt eine Matrix? Forschende rechnen aus, wie wahrscheinlich das ist

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Realität als SimulationDie Welt eine Matrix? Forschende rechnen aus, wie wahrscheinlich das ist

Filme wie die Matrix-Trilogie oder die Truman-Show lassen uns an der Realität, wie wir sie kennen, zweifeln. Nun haben zwei Wissenschaftler ausgerechnet, ob unsere Wirklichkeit vielleicht doch nur simuliert ist.

von
Dominique Zeier
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Forschende haben sich die Frage gestellt, ob wir in einer Simulation à la Matrix leben.

Forschende haben sich die Frage gestellt, ob wir in einer Simulation à la Matrix leben.

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Dafür wäre eine unglaublich riesige Rechenleistung nötig, so das Ergebnis. 

Dafür wäre eine unglaublich riesige Rechenleistung nötig, so das Ergebnis.

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Denn ein menschliches Gehirn mit einer Masse von 1,4 Kilogramm führt zwischen 1014 und 1016  Operationen pro Sekunde aus.

Denn ein menschliches Gehirn mit einer Masse von 1,4 Kilogramm führt zwischen 1014 und 1016 Operationen pro Sekunde aus.

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Darum gehts

  • Die Frage, ob wir in einer Simulation leben, beschäftigt die Wissenschaft schon seit langer Zeit.

  • Nun haben zwei Forschende aus Kanada eine Berechnung angestellt.

  • Diese soll aufzeigen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir tatsächlich in einer Simulation leben.

Ist alles, was wir sehen und wahrnehmen tatsächlich echt? Diese Frage hat die Menschheit seit jeher beschäftigt und Film-Epen wie die Matrix-Trilogie, Inception oder die Truman Show inspiriert. Es beschäftigt sich aber nicht nur der Unterhaltungs-Sektor mit dieser Frage, sondern auch die Wissenschaft. So beispielsweise die Forschenden Alexandre Bibeau-Delisle und Gilles Brassard von der Universität Montreal aus Kanada, die sich zum Ziel gesetzt haben, genau zu berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir tatsächlich in einer Simulation leben.

Die grundlegende Frage, die sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei stellen ist Folgende: Ist es theoretisch möglich, unsere gesamte Physik mit allen biologischen, chemischen, sozialen und physikalischen Prozessen allein mit klassischen Ressourcen nachzubilden? Denn falls dies möglich wäre – so die Anhänger dieser Simulationstheorie – sei die Wahrscheinlichkeit, dass wir tatsächlich in einer Simulation leben, gross.

Ein berühmter Vertreter dieser Theorie ist der Tesla-Chef Elon Musk. Laut «Business Insider» glaubt der Unternehmer so fest an die Simulations-Theorie, dass er angibt, es gebe nur eine Eins-zu-mehreren-Milliarden-Chance, dass wir tatsächlich nicht in einer Simulation leben.

Weniger als 50 Prozent

Ob am Glauben von Elon Musk etwas dran ist, wollten nun also Bibeau-Delisle und Brassard erforschen. Dazu untersuchten sie in einem neuen mathematischen Modell, ob Denkprozesse und Interaktionen durch Quantencomputer theoretisch simuliert werden könnten. Dabei kamen sie zum Schluss: «Unsere gesamte Physik allein mit klassischen Ressourcen nachbilden zu wollen, erscheint kaum machbar.»

Hauptproblem bei diesem Szenario wäre nämlich die riesige Rechenleistung, die dafür benötigt werden würde. Laut den Forschenden führt ein menschliches Gehirn mit einer Masse von 1,4 Kilogramm zwischen 1014 und 1016 Operationen pro Sekunde aus. Dies führt die Wissenschaftler zum Schluss, dass es zwar theoretisch möglich wäre, ein menschliches Gehirn zu simulieren, viel schwieriger und aufwändiger wäre aber der Prozess, Interaktionen zwischen diesen simulierten menschlichen Wesen und ihrer Umwelt zu berechnen.

Nach all ihren Kalkulationen kommen Bibeau-Delisle und Brassard also zum Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir in einer Simulation leben, weit unter 50 Prozent liegt. «Die Hauptfaktoren für diese geringe Wahrscheinlichkeit sind der enorme Aufwand, um die Umwelt einer Zivilisation überzeugend zu simulieren und die unvermeidlich imperfekte Effizienz jeder Computeroperation», so die Forschenden.

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