Grausam: Lebendes Häsli in Kadaver-Container entsorgt
Aktualisiert

GrausamLebendes Häsli in Kadaver-Container entsorgt

Ein Bauer hat ein lebendes Kaninchen in einem Container in der Kadaverstelle Goldau gefunden. Auch lebende Lämmer, Hühner und Katzen wurden schon reingeworfen.

von
Daniela Gigor
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Das schöne graue Kaninchen sei gesundheitlich «guet zwäg».

Das schöne graue Kaninchen sei gesundheitlich «guet zwäg».

Philipp Zurfluh
«Es ist eine Schande, dass jemand so etwas macht», sagt Bruno Torelli, ein Bekannter des Bauern.

«Es ist eine Schande, dass jemand so etwas macht», sagt Bruno Torelli, ein Bekannter des Bauern.

Philipp Zurfluh
Der Bauer rettete das Häsli aus dem Container und brachte es zu sich auf den Hof.

Der Bauer rettete das Häsli aus dem Container und brachte es zu sich auf den Hof.

Philipp Zurfluh

«Es ist eine Schande, dass jemand so etwas tut», sagt Bruno Torelli, ein Bekannter jenes Bauern, der am Montag ein lebendes Häsli in der Tierkadaverstelle Goldau fand. Laut Torelli wollte der Bauer am Montagabend ein totes Schaf ordnungsgemäss in der Kadaverstelle in Goldau entsorgen, als er in einem der Container das lebende Häsli entdeckte. «Es war dreckig und blutverschmiert, aber das Blut stammte von den dort entsorgten Tierresten», sagte der Bauer gegenüber dem «Boten der Urschweiz».

Der Bauer habe das gesunde Häsli aus dem Container gerettet und zu sich auf den Hof mitgenommen. Dann habe er das Tier gewaschen und ihm Futter gereicht. Das schöne graue Kaninchen sei gesundheitlich «guet zwäg.» Jetzt darf das Häsli auf dem Hof seines Lebensretters bleiben.

Unbekannter Täter wird angezeigt

Andreas Ewy, der neue Kantonstierarzt der Urkantone, bestätigte den Fall auf Anfrage von 20 Minuten. «Wir sind froh, dass das Kaninchen einen Platz gefunden hat.» Eine Strafanzeige gegen Unbekannt werde eingereicht. «Das ist kein Kavaliersdelikt und wird von der Staatsanwaltschaft verfolgt», sagt Ewy weiter.

Ewys mittlerweile pensionierter Vorgänger Josef Risi musste in seiner Amtszeit schon etliche solche Fälle erleben: Er erinnert sich an fünf bis sechs solcher Vorkommnisse innerhalb der letzten fünf Jahre. «In Kadaverstellen wurden schon zwei Hühner, ein Lamm und Katzen lebend entsorgt.» Seit Kommentar zu diesen Tierhassern: «So etwas darf nicht passieren. Jeder Fall ist einer zuviel.» Immerhin – einige der Täter hätten in Vergangenheit gefasst und bestraft werden können.

Das Kaninchen in seinem neuen Stall:

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