Aktualisiert 29.10.2007 13:25

Lebenslang für Heimtücke

Wegen eines Brandanschlags auf seine eigene, getrennt lebende Familie hat das Düsseldorfer Landgericht einen 46-jährigen Mann heute zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Kammer wertete den Anschlag als heimtückischen fünffachen Mordversuch.

Seine drei Kinder, darunter die hochschwangere 18-jährige Tochter, deren Verlobter und der neue Lebensgefährte seiner Frau hatten das Feuer im Februar dieses Jahres wie durch ein Wunder überlebt. Die Ex-Frau selbst war nicht zu Haus.

Er habe die Wehrlosigkeit seiner schlafenden Familie ausgenutzt, um sie ums Leben zu bringen, urteilte das Gericht. Mitte Februar hatte sich der 46-Jährige nachts auf das Grundstück geschlichen und das Einfamilienhaus in Düsseldorf mit einem Benzinkanister in Brand gesteckt.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann die Tat mehrfach angekündigt. Bereits seit der Trennung im Jahr 2003 tyrannisierte er seine Familie und drohte mehrfach, sie umzubringen. Selbst als seine Kinder in dem brennenden Haus um Hilfe riefen, soll er das Geschehen gelassen verfolgt und ihnen zugerufen haben: «Wenn es heute nicht klappt, dann ein anderes Mal.»

In den Vernehmungen hatte der ehemalige Postbote den fünffachen Mordversuch stets abgestritten. Er habe seine Familie lediglich erschrecken wollen und nicht damit gerechnet, dass das gesamte Haus in Brand geraten würde, erklärte er. Sein Verteidiger hatte daher eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags beantragt. Das Gericht folgte jedoch der Staatsanwaltschaft und wertete den Brandanschlag als Mordversuch. Ein Gutachten hatte die volle Schuldfähigkeit des Angeklagten trotz eines Alkoholpegels von mehr als drei Promille bescheinigt. (dapd)

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