Urteil in Eislingen: Lebenslang nach Vierfachmord
Aktualisiert

Urteil in EislingenLebenslang nach Vierfachmord

Wegen des Vierfachmordes von Eislingen vor rund einem Jahr ist der Sohn der ermordeten Familie zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Am 9. April 2009 töteten Andreas H. und Frederik B. den 57-jährigen Heilpraktiker Hansjürgen H. und seine 55-jährige Frau Else sowie deren 22 und 24 Jahre alten Töchter. (Archivbild: Keystone)

Am 9. April 2009 töteten Andreas H. und Frederik B. den 57-jährigen Heilpraktiker Hansjürgen H. und seine 55-jährige Frau Else sowie deren 22 und 24 Jahre alten Töchter. (Archivbild: Keystone)

Die Staatsanwaltschaft kam zum Ergebnis, dass beide Angeklagten am 9. April 2009 die tödlichen Schüsse auf den 57-jährigen Heilpraktiker Hansjürgen H. und seine 55-jährige Frau Else sowie deren 22 und 24 Jahre alten Töchter abgaben.

Der angeklagte - zur Tatzeit 18-jährige und inzwischen 19-jährige - Sohn der Familie, Andreas H., hatte ausgesagt, nur sein mitangeklagter Freund, der 19-jährige Frederik B., habe die Schüsse abgegeben. Die Tatwaffen stammten aus einem Einbruch in ein Vereinsheim der Schützengilde Eislingen.

Forderungen der Anklage stattgegeben

Die Oberstaatsanwältin forderte für Andreas H. die Höchststrafe nach Erwachsenenstrafrecht, und zwar lebenslange Haft, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, die eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren ausschliesst, und Vorbehalt einer anschliessenden Anordnung von Sicherungsverwahrung. Für Frederik B. beantragte die Oberstaatsanwältin die Höchststrafe von zehn Jahren nach Jugendstrafrecht.

Sohn Andreas H. habe seine Eltern und Schwestern aus Habgier ermordet und weil er seiner Familie überdrüssig gewesen sei; der Vater sei ihm lästig gewesen. Bei B. ging sie davon aus, er habe aus Freundschaft zu H. getötet. Die Verteidiger hatten jeweils eine Jugendstrafe für die Angeklagten beantragt, doch Gutachter hatten beide Männer als voll schuldfähig eingestuft.

Der Prozess hatte seit 12. Oktober vor einer Jugendkammer des Landgerichts Ulm stattgefunden. (dapd)

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