Aktualisiert 09.02.2019 06:25

Vier Jahre nach Anschlägen

Lebenslange Haft für 7 Angeklagte in Tunesien

2015 erschütterten die Anschläge auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis und den Strand von Sousse Tunesien. Nun wurden lange Freiheitsstrafen ausgesprochen.

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Tödlicher Angriff aufs Ferienparadies: Schuhe und ein blutverschmiertes Buch am Strand von Sousse, rund 140 Kilomter südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Terrormiliz Islamischer Staat übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. (26. Juni 2015)

Tödlicher Angriff aufs Ferienparadies: Schuhe und ein blutverschmiertes Buch am Strand von Sousse, rund 140 Kilomter südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis. Die Terrormiliz Islamischer Staat übernimmt die Verantwortung für den Anschlag. (26. Juni 2015)

AFP/Bechir Taieb
Einschussloch in einer Fenstertür des Hotels Marhaba in Sousse, dahinter Touristen.

Einschussloch in einer Fenstertür des Hotels Marhaba in Sousse, dahinter Touristen.

epa/Mohamed Messara
Beim Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien sind 26. Juni 2015 mindestens 38 Menschen getötet worden - darunter nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier, wie das tunesische Gesundheitsministerium mitteilte.

Beim Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien sind 26. Juni 2015 mindestens 38 Menschen getötet worden - darunter nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier, wie das tunesische Gesundheitsministerium mitteilte.

Mohamed Messara

Fast vier Jahre nach den Anschlägen auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis und den Strand von Sousse hat ein tunesisches Gericht sieben Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Dies teilte die tunesische Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Demnach wurden in den beiden Prozessen zudem Haftstrafen von sechs Monaten bis 16 Jahren gegen weitere Angeklagte verhängt. Die Verfahren gegen 27 weitere Angeklagte wurden allerdings eingestellt.

Bei dem Angriff auf das Bardo-Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt waren 21 ausländische Touristen und ein Polizist im März 2015 getötet worden. Drei Monate später tötete ein bewaffneter Angreifer vor einem Strandhotel im Badeort Port El Kantaoui bei Sousse 38 Touristen, darunter 30 Briten und zwei Deutsche. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Den Angeklagten wurde auf der Grundlage eines im Sommer 2015 verabschiedeten Anti-Terror-Gesetzes der Prozess gemacht. Im Prozess wegen des Anschlags auf das Bardo-Nationalmuseum standen nach Angaben der Staatsanwaltschaft insgesamt 25 Angeklagte vor Gericht, von denen 22 bereits in Untersuchungshaft sassen. Wegen des Anschlags in Sousse standen 26 Angeklagte vor Gericht, von denen 18 in Haft sassen. (sda)

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