Druck auf Coop & Migros: Lebensmittel-Ampel kommt in die Schweiz
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Druck auf Coop & MigrosLebensmittel-Ampel kommt in die Schweiz

Rot, gelb oder grün - ab nächstem Jahr signalisieren diese Farben auf Milchprodukten, die Danone in der Schweiz verkauft, wie gesund etwas ist. Andere Firmen sträuben sich noch dagegen.

von
roy
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Danone ist in der Schweiz erhältlich, soll aber auch hier produziert werden: Blick in eine Denner-Filiale im Kanton Zürich. (Archivbild)

Danone ist in der Schweiz erhältlich, soll aber auch hier produziert werden: Blick in eine Denner-Filiale im Kanton Zürich. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally
Die Firma will ihre Milchprodukte, die sie in der Schweiz verkauft, ab 2019 mit den Ampelfarben versehen.

Die Firma will ihre Milchprodukte, die sie in der Schweiz verkauft, ab 2019 mit den Ampelfarben versehen.

AFP/Gilles Bouquillon
Emmanuel Faber ist seit 2014 CEO von Danone.

Emmanuel Faber ist seit 2014 CEO von Danone.

AFP/Eric Piermont

Schweizer Detailhändler und Nahrungsmittelhersteller sperren sich seit Jahren gegen eine klare Kennzeichnung ihrer Lebensmittel in Ampelfarben. Nun bringt ein ausländischer Konzern laut «SonntagsZeitung» die Front zum Bröckeln.

Der französische Multi Danone führt ab 2019 auf all seinen Milchprodukten in der Schweiz die Lebensmittel-Ampel ein. Dabei setzt das Unternehmen auf das in Frankreich bereits etablierte System Nutri-Score. Anhand der Farben rot, gelb oder grün wird klar ersichtlich, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Konsumentenschützer reagieren erfreut.

Nestlé mit eigenem System

Gleichzeitig machen sie Druck auf Migros, Coop und Emmi, die weiterhin keine solche Ampel wollen. «Händler und Hersteller, die sich dagegen sträuben, haben offenbar kein Interesse an einer transparenten Kennzeichnung ihrer Produkte», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz zur «SonntagsZeitung». Die anderen grossen Produzenten sollten diese Lebensmittel-Ampel ebenfalls übernehmen.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé setzt auf ein eigenes Ampel-System, das Produkte nach eigens festgelegten Portionen-Grössen berechnet. Das stösst auf Kritik. «Nestlé geht davon aus, dass nur ein halbes Ohr vom Osterhasen berechnet werden muss. Bei Nutellla ist es nur ein kleines Löffelchen», sagt Barbara Pfenniger von der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC. «So bleiben diese Produkte im gelben Bereich. Das ist irreführend.» Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist skeptisch. «Die von der Industrie vorgegebenen Portionen sind teilweise unrealistisch. Beim Müesli sind es beispielsweise 30 Gramm. Die meisten essen wohl mehr», sagt Liliane Bruggmann, Leiterin des Fachbereichs Ernährung beim BLV. Das System von Danone lobt sie.

Und Danone hat noch mehr Pläne: Bislang produzierte das Unternehmen seine Joghurts und Quarks im Ausland. Doch Danone will auch auf die Schweiz setzen. «Wir planen, in den kommenden Jahren neue Produkte in der Schweiz herzustellen», sagt Karim Chaouch, seit über einem Jahr Schweiz-Chef von Danone. Eine Schweizer Flagge auf der Verpackung komme hierzulande gut an. Der Konzern setzt weltweit auf das Thema Gesundheit.

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