Aktualisiert 30.08.2015 05:19

Einkaufstourismus profitiertLebensmittel und Kosmetika werden teurer

Bundesrat Alain Berset will das neue Lebensmittelrecht in Kraft treten lassen. Eine Studie zeigt: Kosmetika werden als Lebensmittel eingestuft.

Kosten werden auf den Kunden umgewälzt: Sonnencreme soll in der Schweiz teurer werden. (21. Oktober 2009) Foto: AP Photo/Roberto Pfeil

Kosten werden auf den Kunden umgewälzt: Sonnencreme soll in der Schweiz teurer werden. (21. Oktober 2009) Foto: AP Photo/Roberto Pfeil

Die Konsumenten müssen sich auf höhere Preise bei Lebensmitteln und Kosmetika gefasst machen, falls das neue Lebensmittelrecht von Innenminister Alain Berset (SP) umgesetzt wird. Das zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung», die sich auf eine Studie des Forschungsinstituts Büro Bass stützt, welche Bersets Verwaltung selber in Auftrag gegeben hat.

Gemäss der Studie belastet das 2080 Seiten starke Paket, das aus 27 Verordnungen besteht, die Restaurants, Hotels, Läden, Importeure und Hersteller mit einmaligen Kosten von 270 Millionen Franken und mit jährlich wiederkehrenden Kosten von 46 Millionen Franken. Der Import von Kosmetika komme weitgehend zum Erliegen. Damit ist die Behauptung der Verwaltung widerlegt, das Verordnungspaket habe für die Wirtschaft keine schweren Auswirkungen.

Bade- und Duschanlage saniert

Die Konsumentenschutzorganisationen rechnen damit, dass die Firmen die Mehrkosten auf die Konsumenten überwälzen werden. Die betroffenen Branchen kritisieren, Bern verstärke die Hochpreisinsel Schweiz noch. Das gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen und heize den Einkaufstourismus an. Teuer wird Bersets Vorlage auch für die Kantone.

Das Büro Bass schätzt, dass ihnen jährliche Kosten von 16 Millionen Franken entstehen. Dies vor allem, weil Dusch- und Badewasser neu als Lebensmittel gelten. Das führt zu rund 10000 zusätzlichen amtlichen Kontrollen pro Jahr. Wegen der neuen Vorschrift müssen laut der Studie mehr als 900 Bade- und 3100 Duschanlagen saniert werden, was 18 Millionen Franken kostet. Der Verband Hallen- und Freibäder sowie die Branchenverbände Hotelleriesuisse und Gastrosuisse befürchten, dass Schwimmbäder in Hotels und Schulen geschlossen werden.

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