Aktualisiert 11.05.2017 11:10

Kanton LuzernLebensmittelkontrolle kritisiert Online-Händler

Die Lebensmittelbetriebe hielten sich 2016 meistens an die Vorgaben ihrer Produkte. Das neuen Sorgenkind heisst Online-Handel.

von
dag
Mitarbeiter der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz untersuchen Proben im Labor.

Mitarbeiter der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz untersuchen Proben im Labor.

Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz

Bezüglich Sicherheit, Qualität und Deklaration ihrer Produkte haben sich die Luzerner Lebensmittelbetriebe im letzten Jahr grossmehrheitlich an die Gesetze gehalten. Die Lebensmittelkontrolle des Kantons Luzern untersuchte im letzten Jahr 6622 Lebensmittel, Trinkwasserproben und Gebrauchsgegenstände wie etwa Modeschmuck oder Kosmetika. Dabei mussten rund neun Prozent oder 587 Proben beanstandet werden, wie die Luzerner Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte.

Die meisten Beanstandungen gab es wegen mangelnder Hygiene. Diese sei oft auf eine unsachgemässe Handhabung wie Lagerung bei zu hohen Temperaturen, ungenügende Warentrennung oder Überschreiten der Verbrauchsfristen zurückzuführen.

Online-Handel täuscht falsche Tatsachen vor

Eine unbefriedigende Situation zeigte sich laut Angaben der Kontrolleure im Online-Handel. Bei der Überprüfung von elf Webseiten und insgesamt 17 Produkten sind auf allen Webseiten Mängel festgestellt und insgesamt 15 Produkte oder 88 Prozent beanstandet worden, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter.

Oft wurden Lebensmittel illegalerweise als Heilmittel angepriesen. So wurde der Anschein erweckt, dass sie zur Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit geeignet seien. Dabei handle es sich etwa um Nahrungsergänzungsmittel, Sportlernahrung oder auch Schlankheitspräparate. «Damit werden den Konsumenten bewusst falsche Tatsachen vorgetäuscht», so Kantonschemiker Silvio Arpagaus. «Wenn diese wirkungslosen Produkte zur Therapierung von Krankheiten eingesetzt würden, wird es zudem gefährlich.» Die Vertreiber der Produkte wurden angewiesen, die illegalen Anpreisungen auf ihren Webseiten zu entfernen.

Kontrollen zum Schutz der Konsumenten

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz stellt mit ihren Kontrollen sicher, dass sich Lebensmittelbetriebe an die gesetzlichen Vorgaben halten. In meist unangemeldeten Kontrollen werden die hygienischen Zustände, die Qualität der Lebensmittel und die korrekte Kennzeichnung geprüft. Dort wo Mängel festgestellt werden, müssen diese vom Betrieb korrigiert werden. Die Kontrollen dienen dem Konsumentenschutz und sind eine Grundlage, dass Luzerner Lebensmittelproduzenten ihre Waren ins Ausland exportieren dürfen (dag/sda)

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