Zürich: Lebensmüder springt vom Dach
Aktualisiert

ZürichLebensmüder springt vom Dach

Ein seelisch angeschlagener Mann hat sich im Herbst 2006 vom Dach der Psychiatarischen Universitätsklinik Zürich gestürzt und schwer verletzt. Die dafür verantwortlich gemachte Oberärztin wurde vom Bezirksgericht Zürich freigesprochen.

Das Urteil wurde am Donnerstag eröffnet, die Verhandlung hatte elf Tage zuvor stattgefunden. Der 29-jährige Mann war auf eigenen Wunsch in die Klinik eingetreten, weil er befürchtete, Selbstmord zu begehen. Er kam in eine auf die Betreuung suizidaler Patienten spezialisierte Station.

Er stiess auf eine unverschlossene Terrassentüre und stürzte sich von einem Dachvorsprung rund zehn Meter in die Tiefe. Dabei erlitt er ein schweres Schädelhirntrauma und ist seither querschnittgelähmt.

Die Anklagebehörde warf der diensthabenden Oberärztin fahrlässige schwere Körperverletzung vor und verlangte eine bedingte Geldstrafe. Die heute 37-Jährige habe es unterlassen, für die Schliessung der Terrassentüre zu sorgen.

Der Verteidiger verlangte mit Erfolg einen Freispruch. Der Angeklagten wurde eine Prozessentschädigung von knapp 8000 Franken zugesprochen. Die schriftliche Begründung des Freispruchs durch das Bezirksgerichts liegt noch nicht vor.

(sda)

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