Aktualisiert 06.07.2012 08:49

Baywatch Bala-bala

Lebensretter wegen Rettung gefeuert

In Florida ist ein Rettungsschwimmer gefeuert worden, weil er ausserhalb seines Bereichs jemandem das Leben gerettet hat. Inzwischen ist sein Arbeitgeber zurückgekrebst, aber jetzt will der Retter nicht mehr.

von
phi

Tomas Lopez hat seinen Job gemacht – und wurde dafür gefeuert. Der 21-jährige Rettungsschwimmer beobachtete am 2. Juli einen Mann im Wasser, der 460 Meter ausserhalb des bewachten Strandes von Hallandale bei Miami in Seenot geraten war. Andere Badegäste hatten den 21-jährigen Letten bereits an Land gebracht, als Lopez beim Unglücksraben eintraf. «Ich habe mich um den Typen und seine Gesundheit gesorgt. Er war ganz blau», sagte der Rettungsschwimmer dem US-Sender ABC.

Zusammen mit einer Krankenschwester, die zufällig vor Ort war, versorgte er den jungen Mann bis zum Eintreffen des Notarztes. Doch statt Dank oder gar Lob bekam Lopez von seinem Arbeitgeber die Kündigung. «Ich weiss, dass ich die Regeln gebrochen habe. Ich sagte zu meinem Vorgesetzten: Ich bin gefeuert, oder?» Er sollte mit seiner Befürchtung Recht behalten, doch auch seine Kollegen bekamen die harte Hand der Firma «Jeff Ellis and Associates» zu spüren.

«Wir haben Verpflichtungen»

Sechs weitere Rettungsschwimmer, die aussagten, dass sie in dieser Situation genau so gehandelt hätten, wurden laut ABC ebenfalls entlassen oder haben selbst den Hut genommen. «Ich kann den Regeln folgen und ihnen sagen, ich würde nicht helfen, wenn jemand in Not ist. Aber ich weiss, dass ich gehen müsste, wenn so etwas passieren würde», sagte Brian Ritchie. Der 19-Jährige muss sich nun nach einer neuen Arbeit umschauen.

Ein Sprecher von «Jeff Ellis and Associates» rechtfertigte das strenge Vorgehen seines Unternehmens so: «Wir haben Verpflichtungen und können den geschützten Bereich nicht verlassen.»

Doch als die Geschichte von Lopez' Kündigung in Florida bekannt wurde, reagierte die Öffentlichkeit mit Empörung. Der Druck auf das Unternehmen wurde derart gross, dass es am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, ankündigte, die Entscheidungsträger in dem Fall befragen zu wollen, schreibt die US-Zeitung «Sun Sentinel».

Das Ergebnis der Befragung: Tomas Lopez kann seinen Job wieder haben. Aber der will nicht mehr und sagt, er werde sich jetzt auf die Rückkehr zur Schule vorbereiten. Es ist anzunehmen, dass er dank seiner neuen Berühmtheit einen besser bezahlten Sommerjob gefunden hat.

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