Um Ertrinkungsunfälle zu verhindern - Schwimmunterricht soll im See statt im Hallenbad stattfinden
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Um Ertrinkungsunfälle zu verhindernSchwimmunterricht soll im See statt im Hallenbad stattfinden

Schwimmunterricht in offenen Gewässern, um Ertrinkungsunfällen vorzubeugen: So lautet der Vorschlag der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG.

von
Christina Pirskanen
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Vielen Gemeinden fehlen die Wasserflächen für den Schwimmunterricht.

Vielen Gemeinden fehlen die Wasserflächen für den Schwimmunterricht.

20min/Matthias Spicher
Zusammen mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG hat die Schulgemeinde Hochdorf ein Pilotprojekt durchgeführt.

Zusammen mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG hat die Schulgemeinde Hochdorf ein Pilotprojekt durchgeführt.

LAB
Dabei wurde der Schwimmunterricht in den See verlagert.

Dabei wurde der Schwimmunterricht in den See verlagert.

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Darum gehts

  • In der Schulgemeinde Hochdorf findet der Schwimmunterricht für Schülerinnen und Schüler seit drei Jahren im See statt.

  • Laut der Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG können damit Ertrinkungsunfälle verhindert werden.

Schwimmunterricht im See: Seit drei Jahren lernen Schülerinnen und Schüler der Schulgemeinde Hochdorf LU das Schwimmen nicht im Hallen- oder Freibad, sondern im offenen Gewässer. Diese Änderung wurde mit Hilfe eines Pilotprojekts der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG eingeführt, da der Gemeinde die für die Schwimmlektionen benötigten Wasserflächen fehlten. «Aus unserer Fallstudie geht hervor, dass mehr als drei Viertel der insgesamt 2204 erfassten Gemeinden keinen gemeindeinternen Zugang zu einem Hallen- oder Freibad haben», sagt SLRG-Sprecher Philipp Binaghi. Oftmals können jedoch Einrichtungen in Nachbargemeinden genutzt werden.

Die Fallstudie weist ausserdem auf, dass Schwimmen lernen im See zwar anspruchsvoll ist, damit aber Ertrinkungsfälle verhindert werden können. Gemäss SLRG seien fehlendes Wissen, falsches Einschätzen von Gefahren sowie fehlende Kompetenzen, in einem Notfall richtig zu reagieren, zentrale Ertrinkungsursachen. «Evidenzbasierte Erkenntnisse zeigen ganz eindeutig, dass der Schwimmunterricht in offenen Gewässern hilft, Ertrinkungsunfälle zu verhindern», so Binaghi.

Hochdorf als Vorbild für schweizweite Schulen

Beim SLRG hofft man darauf, dass das Hochdorfer Beispiel auch anderen Schweizer Schulen Mut macht, den Schwimmunterricht ins offene Gewässer zu verlegen. «Das Projekt in Hochdorf hat gezeigt, dass Schwimmunterricht im See eine geeignete Möglichkeit gegen den Wasserflächenmangel darstellt und es trotzdem möglich ist, unter sicheren Bedingungen das Schwimmen zu erlernen», sagt SLRG-Projektleiterin Stéphanie Bürgi-Dollet.

Andere Länder testen diesen Ansatz schon seit einigen Jahren, darunter Norwegen, Australien und Neuseeland. Auch aus ihren Fallstudien geht hervor, dass durch den Schwimmunterricht in offenen Gewässern die Wassersicherheit gesteigert werden kann.

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