Aktualisiert 15.07.2020 05:51

Wiederaufnahme der NBABLM-Schriftzüge auf Trikots – LeBron James macht nicht mit

Die NBA erlaubt ihren Spielern, beim Re-Start mit einem von 29 genehmigten Slogans auf ihrem Rücken ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Ein Starspieler macht nicht mit.

von
Etienne Sticher
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Einer von wenigen: Im Gegensatz zu den meisten NBA-Spielern wird LeBron James nicht mit einem Slogan auf dem Rücken seines Trikots spielen.

Einer von wenigen: Im Gegensatz zu den meisten NBA-Spielern wird LeBron James nicht mit einem Slogan auf dem Rücken seines Trikots spielen.

Foto: Keystone
Die NBA erlaubt ihren Spielern, mit einem von 29 genehmigten Slogan anstatt des Namens aufzulaufen.

Die NBA erlaubt ihren Spielern, mit einem von 29 genehmigten Slogan anstatt des Namens aufzulaufen.

Foto: Keystone
Die Basketball-Saison wird am 30. Juli in Disney World fortgesetzt.

Die Basketball-Saison wird am 30. Juli in Disney World fortgesetzt.

Foto: Keystone

Schon bald geht es in der besten Basketballliga, der NBA, wieder los. Doch nach der Coronapause wird einiges anders sein. Die Spiele finden in Disney World/Florida statt, wo sich die Spieler isoliert haben. Und auf den meisten Shirts wird nicht mehr der Name des Spielers stehen. Die Liga erlaubt den Spielern, mit einem Slogan an prominenter Stelle auf dem Trikot ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und ihre Unterstützung für die Anti-Rassismus-Bewegungen kundzutun.

Dafür schickte die NBA eine Liste mit 29 genehmigten Slogans an die Spieler (siehe Box). Doch nicht alle Spieler werden von der neuen Regel Gebrauch machen. Unter anderem verzichtet auch der Star LeBron James darauf.

Diese Slogans erlaubt die NBA:

  • Black Lives Matter
  • Say Their Names (sagt ihre Namen)
  • Vote (wählt)
  • I Can’t Breathe (ich kann nicht atmen)
  • Justice (Gerechtigkeit)
  • Peace (Frieden)
  • Equality (Gleichheit)
  • Freedom (Freiheit)
  • Enough (genug)
  • Power to the People (Macht dem Volk)
  • Justice Now (Gerechtigkeit jetzt)
  • Say Her Name (Sagt ihren Namen)
  • Si se puede (Ja, du kannst)
  • Liberation (Befreiung)
  • See Us (seht uns)
  • Hear Us (hört uns)
  • Respect Us (respektiert uns)
  • Love Us (liebt uns)
  • Listen (hört zu)
  • Listen to Us (hört uns zu)
  • Stand Up (erhebt euch)
  • Ally (Verbündeter)
  • Anti-Racist (Anti-Rassist)
  • I Am A Man (ich bin ein Mann)
  • Speak Up (sprecht lauter)
  • How Many More (Wie viele mehr)
  • Group Economics (Gruppenökonomie)
  • Education Reform (Bildungsreform)
  • Mentor

«Ich brauche nichts auf dem Rücken meines Trikots, damit die Leute meine Mission verstehen oder wissen, was ich hier tun will», erklärte der 35-Jährige. Er hätte sehr gerne bei der Ausarbeitung der Liste ein Mitspracherecht gehabt. «Ich hatte einige Dinge im Kopf, doch ich war nicht Teil des Prozesses», sagte James gegenüber Reportern, während er eine Mütze mit der Aufschrift «I Am More Than An Athlete» («Ich bin mehr als ein Sportler») trug.

Kritik für Trump, Unterstützung für Kaepernick

Dieser Satz geht auf eine Aussage der Fox News-Moderatorin Laura Ingraham zurück, die den Basketballer 2018 nach seiner Kritik an Donald Trump dazu aufforderte, er solle «den Mund halten und spielen». In den sozialen Medien reagierte James mit jenem Satz. Seinen Einsatz für eine bessere und gerechtere Welt erklärte er kurz darauf: «Als ich klein war, gab es drei Personen, bei denen man Inspiration suchte: dem Präsidenten der USA, dem besten Sportler und dem besten Musiker der Zeit.»

Damit kann auch erklärt werden, weshalb James, der selber aus ärmlichen Verhältnissen kommt, sich zu vielen sozialen Themen äussert. Bereits bei den folgenlosen Morden an den Afroamerikanern Trayvon Martin und Eric Garner forderte er Gerechtigkeit. Auch nach dem Tod von George Floyd durch das Knie eines Polizisten schwieg er nicht. Auf Instagram postete er den Satz: «Versteht Ihr JETZT!!??!!??». Mit seinem Post zeigte er zum wiederholten Mal seine Unterstützung für Colin Kaepernick. Der Footballspieler startete den Kniefall während der Hymne und beendete dadurch seine Karriere.

Doch James spricht nicht nur über soziale Gerechtigkeit, er tut auch etwas, um diese zu erreichen. Er unterstützt verschiedene wohltätige Organisationen und gründete in seiner Heimatstadt Akron eine Schule für benachteiligte und gefährdete Kinder. Erst kürzlich startete er zusammen mit anderen Sportlern eine Kampagne, deren Ziel es ist, die Wahlbeteiligung von Schwarzen zu erhöhen.

Er sei schon lange auf seiner Mission, sagte er. «Es ist gut, dass viele Leute nun zuhören, dass viele nun verstehen.» Ein Slogan auf seinem Rücken sei aber nichts, das mit seiner Mission, seinen Zielen harmonisiere.

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29 Kommentare
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Däni

15.07.2020, 08:08

Gut so von LeBron. Man braucht nun nicht wirklich ein Slogan, um etwas anzudeuten.

Max

15.07.2020, 08:06

Missbrauch von Sport zu Gunsten politischer Zwecke ist schlicht und einfach abzulehnen.

Go Lebron

15.07.2020, 07:34

Ich finde es super, dass er dem Gruppendruck nicht folgt und auf seine eigene Art der Community hilft. Taten sind mehr wert wie einfach Slogans und sonstige Worte.