Tonaufnahme: Lebt IS-Chef Bagdadi doch noch?

Aktualisiert

TonaufnahmeLebt IS-Chef Bagdadi doch noch?

Nach tagelangem Rätselraten über das Schicksal von Abu Bakr al-Bagdadi hat der IS eine Tonaufnahme veröffentlicht, in welcher sein Chef zu hören sein soll.

Der IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist angeblich auf einer Tonaufnahme zu hören.

Der IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist angeblich auf einer Tonaufnahme zu hören.

In der 17 Minuten dauernden am Donnerstag veröffentlichten Aufnahme nimmt der Sprecher keinen direkten Bezug auf den Luftangriff der US-geführten Allianz, nach dem die Gerüchte über Al-Bagdadis möglichen Tod aufgekommen worden waren. Er erwähnt aber Ereignisse, die sich seitdem ereignet haben.

In der über soziale Netzwerke verbreiteten Aufzeichnung kündigte Al-Bagdadi einen Kampf des Islamischen Staats bis zum letzten Mann an. Seine Kämpfer würden «niemals zu kämpfen aufhören, selbst wenn nur ein Soldat übrig ist».

Der Sprecher sprach von weiteren Eroberungszügen der IS-Miliz. «Sie wird ihren Vormarsch nicht stoppen und ihn mit Allahs Segen weiter ausdehnen», heisst es darin – «bis sie Rom erreichen». An Andersgläubige ergeht die Drohung, ihre Nationen in einen blutigen Bodenkrieg zu verwickeln: «Bald werden Juden und Kreuzzügler dazu gezwungen sein, sich auf den Boden zu begeben und ihre Infanterie in den Tod und in die Zerstörung zu schicken.»

Aufnahme scheint echt zu sein

Experten zufolge schien die Aufzeichnung echt zu sein; die darin zu hörende Stimme stimme mit früheren von der Terrormiliz veröffentlichten Audio-Botschaften Al-Bagdadis überein. Die USA hatten am vergangenen Wochenende mitgeteilt, bei Luftangriffen nahe der irakischen Stadt Mossul sei ein Konvoi aus zehn gepanzerten Fahrzeugen zerstört worden. Der Angriff habe sich gegen ein «Treffen von IS-Anführern» gerichtet.

Im Internet und in Medien war daraufhin über die mögliche Tötung Al-Bagdadis spekuliert worden. Sowohl Washington als auch irakische Geheimdienstvertreter betonten aber, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über das Schicksal des Anführers der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) gebe.

Ernste Bedrohung für amerikanische Interessen

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sprach in Washington von ersten Erfolgen gegen den IS, warnte aber zugleich vor drohenden Rückschlägen im Kampf gegen die Terrormiliz. Der IS-Vormarsch in Teilen Irak sei zum Stillstand gekommen und in einigen Fällen von kurdischen und irakischen Einheiten sowie Stammeskämpfern zurückgeschlagen worden, sagte Hagel in einer Anhörung des Streitkräfteausschusses des Repräsentantenhauses.

Der IS bleibe aber «eine ernste Bedrohung für amerikanische Interessen, unsere Verbündeten und den Nahen Osten». Das amerikanische Volk müsse sich auf einen langen und schwierigen Kampf einstellen. (sda)

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