Royals bizarr: Lecker! Es gibt Schwan!
Aktualisiert

Royals bizarrLecker! Es gibt Schwan!

Wenn Kate Middleton ihren Prinzen heiratet, wird sie erstmals in den Genuss königlicher Vorrechte kommen. Doch wird sie eines Tages als Königin das Privileg geniessen, legal Schwan zu essen?

von
Oliver Baroni

Mit Kate Middleton heiratet eine Bürgerliche in den eher undurchmischten Genpool der adeligen Nachkommen Wilhelm des Eroberers ein. Eine erfreuliche Entwicklung, zumal dies nicht nur das Image der Royal Family etwas auffrischt, sondern auch die neue Durchlässigkeit der Klassengesellschaft des modernen Grossbritanniens widerspiegelt.

Für Kate Middleton ganz persönlich bedeutet dies auch, dass sie nebst vieler neuer Pflichten, denen sie nachkommen muss, auch in den Genuss von Privilegien kommt, die nur der Familie Windsor gewährt sind. Und wenn sie eines Tages gar als Queen Catherine nachrückt, wird sie das alleinige Vorrecht für eine ganze Reihe toller Dinge bekommen: Krieg zu erklären, Parlament aufzulösen, Schwäne zu essen ...

Mein Wal! Mein Stör! Mein Schwan!

Wie verhält es sich nun genau mit den Schwänen? Denn das Gerücht, wonach nur die Queen in Grossbritannien Schwäne töten (und danach verzehren) darf hält sich hartnäckig. Ist das Ganze ein königliches Märchen oder steckt hinter der vermeintlichen Urban Legend tatsächlich die Lizenz zum Töten im Namen ihrer Majestät?

Vieles im Vereinigten Königreich gehört der Krone. Dazu gehören unter anderem die bewohnten Paläste Buckingham Palace, St. James's Palace, Kensington Palace und Windsor Castle (die Paläste bei Balmoral und Sandringham sind Besitz der Privatperson der Queen), insgesamt 120 000 Hektar Agrarland und der Meeresboden um die britischen Inseln. Die Statuen enthalten mitunter einige ziemlich archaische Gesetze. So darf die Queen Besitzanspruch auf sämtliche Wale oder Störe erheben, die an der britischen Küste angeschwemmt werden.

«Seigneur of the Swans»

Ebenfalls der britischen Krone gehören seit dem Mittelalter alle nicht gekennzeichneten Höckerschwäne auf offenen Gewässern. Die Queen hat dabei den Titel «Her Majesty The Queen, Seigneur of the Swans» inne. Seit einer königlichen Satzung aus dem 15. Jahrhundert haben die beiden Londoner Handelsgilde «Vintners» und «Dyers» ebenfalls Anrecht auf einen Teil der Schwanbestände.

Der Bestand der wild lebenden Schwäne wird seit dem 13. Jahrhundert während des alljährlichen Swan Upping auf der Themse überwacht. Dabei werden Jungschwäne gezählt und gewogen, die erwachsenen Tiere gezählt. Heute dient dieser Prozess ebenfalls um den Gesundheitszustand der Schwan-Population zu untersuchen.

Delikatesse der Hochwohlgeborenen

Früher ging es vor allem darum, sicherzustellen, dass die Schwanpopulation nicht durch hungrige Plebejer dezimiert wurde. Denn Schwan galt tatsächlich als Delikatesse, die dem Adel vorbehalten war. Obwohl Schwanfleisch als eher «ölig» - andere Quellen sprechen gar von «fischig» - schmecken soll, war sein Renommee als edle Speise durch die Exklusivität gesichert.

Darf nun die Queen als Einzige im Vereinigten Königreich Schwan essen? Bei ihrer Krönung durfte sie es noch (obwohl nicht verbrieft ist, dass sie dieses Recht je in Anspruch nahm). Inzwischen wurde aber ein Gesetz verabschiedet, dass wild lebende Höckerschwäne als bedrohte Tierart einstuft und somit unter Schutz stellt. Obwohl die Schwäne immer noch ihr gehören, ist es auch für sie heute illegal, diese zu töten.

Somit wird Kate Middleton, die spätere Queen Catherine, niemals den Satz äussern können, «Mmh lecker! Es gibt Schwan!»

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