Aktualisiert 05.08.2008 21:18

BaselLeere Gefängniszellen wegen neuem Strafgesetz

Die Belegung der Gefängnisse ist sehr tief. Ein Grund: Die Richter verteilen neu Geld- statt Freiheitsstrafen.

von
Jonas Hoskyn

Seit Anfang letzten Jahres gilt in der Schweiz ein neues Strafgesetz. Dieses schreibt vor, dass Strafen bis zu einem Jahr wenn immer möglich als Geldstrafe gebüsst werden müssen. Kurze Freiheitsstrafen fallen praktisch ganz weg. Letztes Jahr verurteilte das Basler Strafgericht insgesamt 3086 Angeklagte zu bedingten oder unbedingten Geldstrafen – 2006 wären das noch alles Freiheitsstrafen gewesen.

In den Gefängnissen bleiben nun viele Zellen leer. In der Strafanstalt Schöngrün im Kanton Solothurn, in der auch Delinquenten aus Basel sitzen, ist mittlerweile jede vierte Zelle nicht belegt. Vor ein paar Monaten war die Anstalt noch komplett ausgebucht gewesen, so die «Basellandschaftliche Zeitung».

«Die Strafgesetzrevision ist nicht der einzige Grund, doch vor allem in kleineren Bezirksgefängnissen merkt man das Wegfallen von kurzen Freiheitsstrafen», sagt Dominik Lehner vom Justizdepartement Basel. Auch das Verordnen elektronischer Fussfesseln ist deswegen um 50 Prozent zurückgegangen. Allerdings könnte sich das bald ändern: In den nächsten Monaten müssen wohl viele Zahlungsunwillige ihre Strafe doch noch absitzen.

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