Aktualisiert 24.06.2004 09:58

Lega-Chef Bossi ist doch im Tessin - Arbeitsminister hat gelogen

Der italienische Lega-Chef Umberto Bossi erholt sich in der Klinik Hildebrand in Brissago von seiner Herzattacke.

Er mache «ermutigende Fortschritte», teilte die Klinik am Mittwochabend mit- und überführte damit den italienischen Minister Roberto Maroni der Lüge.

Dass sich Bossi in Brissago erholt, pfiffen die Spatzen im Tessin seit langem von den Dächern. Das hinderte Arbeitsminister Maroni am Samstag allerdings nicht an der Aussage: «Die Gegend rund um den Lago Maggiore ist wunderschön. Aber für die Zeitung tut es mir leid: Bossi hält sich nicht dort auf.»

Mit diesen Worten dementierte Maroni einen Artikel der Zeitung «LaRegioneTicino», die Bossis Anwesenheit im Tessin publik gemacht hatte. Für seine Lüge musste sich Maroni am Mittwoch heftige Kritik gefallen lassen: «Es wäre besser gewesen, wenn er sich hinter einem No Comment versteckt hätte», schrieb die «Regione» in einem Frontkommentar.

Chefredaktor Matteo Caratti zeigte Verständnis, dass sich Bossi in Ruhe von seiner im März erlittenen Herzattacke erholen wolle. Andererseits habe die italienische Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wie es um den Gesundheitszustand eines Ministers stehe. Es sei nicht richtig, dass ein Regierungsmitglied einfach so von der Bildfläche verschwinde.

Um Bossis Privacy zu schützen, ist für Fotografen und TV-Crews der Zutritt auf das Gelände der Klinik Hildebrand verboten, wie das Institut mitteilte. Familienangehörige würden die Öffentlichkeit künftig regelmässig über den Gesundheitszustand des 62 Jahre alten Chefs der rechtspopulistischen Lega Nord informieren.

(sda)

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