Haschverkauf: «Legalität würde an Reiz verlieren»
Aktualisiert

Haschverkauf«Legalität würde an Reiz verlieren»

Die Stadt Zürich soll künfitg Hasch verkaufen und kontrolliert abgeben. Ein Experte findet die Idee gut – doch er hebt den Mahnfinger.

von
David Torcasso

Das Zürcher Stadtparlament hat am Mittwochabend Ja gesagt zur Prüfung eines legalen und wissenschaftlich begleiteten Cannabis-Verkaufs durch die Stadt Zürich. «Positiv daran wäre, dass Cannabis durch die Legalität an Reiz verlieren würde», sagt Michael Schaub vom Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung der Universität Zürich. «Das primäre Ziel dieses Pilotversuchs muss aber sein, den Verkauf von Cannabis über die Gasse einzuschränken.» Dabei müsse sich die Stadt genau überlegen, wie sie das Cannabis verkaufen möchte: «Gibt es ein Mindestalter? Wie werden die Per­sonen wissenschaftlich begleitet? Solche Fragen muss die Stadt beantworten», sagt Schaub. Auch dürfe die Ware auf keinen Fall günstiger sein als auf der Strasse. Schaub: «Ich frage mich allerdings, ob wirklich ­jemand etwa in eine Apotheke gehen würde, dort einen ­Ausweis zeigt und Cannabis kauft.»

Bei den Apotheken winkt man schon jetzt ab: «Wir sind nicht da, um Genussmittel, die Suchtpotenzial haben, zu verkaufen», sagt Verbandspräsident Lorenz Schmid. Die Apotheken würden schliesslich auch einen Rauchstopp propagieren, «das wäre ein grosser Widerspruch», so Schmid. «Wir verkaufen ja auch keinen Alkohol.»

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