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SMS ScharnhorstLegendäres Kriegsschiff von 1914 entdeckt

Im Südatlantik sind Wracksucher auf einen deutschen Panzerkreuzer gestossen, der in einer der
entscheidenden Seeschlachten des Ersten Weltkriegs gesunken war.

von
jcg

Das Wrack ist erstaunlich gut erhalten. (Video: TVT Productions)

105 Jahre war sie verschollen: Die SMS Scharnhorst, die 1914 während eines Seegefechts bei den Falklandinseln versenkt worden war. Nun hat die Besatzung des Unterwasser-Suchschiffs Seabed Constructor mithilfe von vier autonomen Unterwasserfahrzeugen das Wrack lokalisiert, wie der Falklands Maritime Heritage Trust mitteilt. Es liegt 98 Seemeilen südöstlich von Port Stanley, dem Hauptort der Falklandinseln, in einer Tiefe von 1610 Metern.

Das Wrack ist gut erhalten (siehe Video). So sind unter anderem die Krupp-Geschütze und Maschinenteile gut zu erkennen. Der Falkland Maritime Heritage Trust will das Gebiet nun offiziell schützen lassen. Um die Totenruhe nicht zu stören, sei das Wrack während der Operation nicht berührt oder in irgendeiner Weise verändert worden.

Tausende Tote

Die Scharnhorst war ein gepanzerter Schlachtkreuzer und das Flaggschiff des deutschen Ostasiengeschwaders von Admiral Maximilian Graf von Spee. Die Schlacht bei den Falklandinseln fand am 8. Dezember 1914 statt. Sie folgte auf das Seegefecht bei Coronel, das im November 1914 vor der Küste Chiles stattfand. Dabei musste die Royal Navy eine schwere Niederlage einstecken. 1600 britische Seeleute starben.

Daraufhin machte ein britisches Geschwader Jagd auf Admiral von Spees Flotte, bestehend aus den Schiffen Scharnhorst, Gneisenau, Nürnberg und Leipzig, griff sie an und vernichtete sie. Die Niederlage der Deutschen wiegte schwer, da das Ostasiengeschwader entscheidend geschwächt wurde. Das Deutsche Reich verlor damit seine einzige ständige Marineformation im Ausland. Es war in der Folge nicht mehr in der Lage, Angriffe auf Handelsschiffe durchzuführen.

Beim Seegefecht vor den Falklandinseln starben 2200 deutsche Seeleute, darunter Graf von Spee selbst und seine beiden Söhne – Heinrich an Bord der Gneisenau und Otto an Bord der Nürnberg. Wilhelm Graf von Spee, Oberhaupt der Familie von Spee, sagte in einer Mitteilung zum Fund: «Wir als Familie verloren an diesem Tag einen Vater und seine beiden Söhne. Wie Tausende andere Familien, die während des Ersten Weltkriegs unvorstellbare Verluste erlitten haben, erinnern wir uns an sie und müssen dafür sorgen, dass ihr Opfer nicht umsonst war!»

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