Brian Wilson - «Smile»: Legende der Popmusik
Aktualisiert

Brian Wilson - «Smile»Legende der Popmusik

Dieses Lächeln hat 37 Jahre gebraucht. Und es hat das faktische Ende der Beach Boys überdauert, denn Brian Wilson, das verletzliche und auf der Flucht vor sich selbst und in die Drogen fast zusammengebrochene Genie hat seine beiden Brüder Dennis und Carl überlebt. Das hätte damals niemand vorhergesagt; und niemand hätte es für möglich gehalten, dass ausgerechnet der unter schwerem Lampenfieber leidende Beach-Boy-Songschreiber im neuen Jahrhundert erst das Meisterwerk Pet Sounds und schliesslich den bis 2003 unvollendeten Geniestreich «Smile» erstmals auf die Bühne bringt.

Brian Wilson ist aus seinem kalifornischen Elfenbeinturm gestiegen und hat alle Skeptiker Lügen gestraft. Ermutigt von der begeisterten Zuschauerresonanz hat er jetzt sogar noch die offizielle Studioversion von «Smile» nachgelegt.

Ist «Smile» nun die Offenbarung, die allerorten nach der mystischen Überhöhung, der Legendenbildung um das berühmteste unvollendete Werk der Popmusik erwartet wird? «Smile» hat inzwischen auch frisch und mit damals unvorstellbaren technischen Möglichkeiten eingespielt die bezaubernde Patina eines Klassikers. Die himmelwärts strebenden Harmonien, die bedingungslose Liebe in jedem Detail machen es zu etwas Ausserordentlichem. Es ist Bach, im Rock'n'Roll geerdet. Man muss nur zuhören, und sie kommen, die «Good Vibrations».

(Uwe Käding)

(dapd)

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