Reitschule-Video: «Legitimität der Kapo soll infrage gestellt werden»
Aktualisiert

Reitschule-Video«Legitimität der Kapo soll infrage gestellt werden»

Polizeidirektor Philippe Müller nimmt Stellung zum Polizeieinsatz vor der Berner Reitschule: Er kritisiert die Berichterstattung und nimmt die Polizei in Schutz.

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sul
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In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

Screenshot: Facebook/RJG
Grund war eine Sprayer-Aktion.

Grund war eine Sprayer-Aktion.

Screenshot: Facebook/RJG
Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Screenshot: Facebook/RJG

Die Betreiber der Reitschule hatten am Wochenende berichtet, ein ziviles Polizeifahrzeug sei vor dem alternativen Kulturzentrum in eine Gruppe Menschen gefahren. Sie stützten sich dabei auf ein Video der Revolutionären Jugendgruppe Bern. Die Polizei widersprach der Darstellung.

Nach Ansicht des kantonalen Polizeidirektors Philippe Müller (FDP) konnten die Anschuldigungen bisher nicht belegt werden. Grösstenteils seien sie durch das Video sogar entkräftet worden. Es sei besorgniserregend, wie die veröffentlichten Aufnahmen von den tatsächlichen Vorkommnissen und Schwierigkeiten rund um die Situation bei der Reitschule ablenkten. «Es ist augenscheinlich, dass mit dem Video versucht wird, die Legitimität des polizeilichen Handelns infrage zu stellen», heisst es in der Mitteilung des Regierungsrates.

Eine Gefährdung sei durch das Polizeifahrzeug nicht auszumachen. Deutlich zu sehen seien hingegen strafbare Handlungen vermummter Personen sowie gewalttätiges Vorgehen gegen die im Einsatz stehenden Polizisten und ihr Fahrzeug.

«Ungesicherte Aussagen»

Die Kantonspolizei habe den gesetzlichen Auftrag, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten, betont Müller. In und rund um die Reitschule werde die Polizeiarbeit immer wieder behindert und die Polizei angegriffen. Diese Aspekte würden in der Berichterstattung rund um das Video nicht oder zu wenig beleuchtet.

Als fragwürdig bezeichnet Müller die Darstellung auf «bestimmten Online-Portalen»: Das Bildmaterial werde ohne Faktencheck verwendet. Ausserdem würden ungesicherte Aussagen über die Vorkommnisse gemacht.

Gegenüber Keystone-SDA hatte die Kantonspolizei bereits am Samstag erklärt, der Einsatz sei in Zusammenhang mit Sprayereien auf der Neubrückstrasse und Angriffen auf ein ziviles Polizeifahrzeug erfolgt. Dessen Lenker habe bei seiner Fahrt gehupt und sei in angepasstem Tempo gefahren.

(sul/sda)

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