Lego feuert Chef
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Lego feuert Chef

Bei einer überraschend einberufenen Bilanzmedienkonferenz teilte der Sprecher der Inhaberfamilie, Kjeld Kirk Kristiansen, in Billund die sofortige Trennung vom bisherigen Unternehmenschef Poul Plougmann mit.

Lego kommt nicht aus der Krise. Die zunehmende Konkurrenz von Computerspielen und eine schwache Konjunktur haben dem dänischen Spielwarenkonzern 2003 nach sehr schwachem Weihnachtsgeschäft einen Verlust von 1,4 Mrd. Kronen (295 Mio. Franken) eingebracht.

Plougmann war nach dem ersten Jahr mit roten Zahlen überhaupt seit der Firmengründung 1938 an die Unternehmensspitze geholt worden. Er hatte Lego seitdem mehrfach wechselnde Sanierungsstrategien mit vielen neuen High-Tech-Spielzeugen verordnet.

Seine Entlassung und die zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende Bilanzveröffentlichung erfolgte nachdem die Kopenhagener Wirtschaftszeitung «Brsen» Stimmen aus dem Konzern mit dem Vorwurf zitiert hatte, die Lego-Führung verfolge einen lebensgefährlichen Schlingerkurs.

Ein Viertel weniger Umsatz

Der Umsatz sank im letzten Jahr um 25,6 Prozent auf 8,5 Mrd. Kronen. Plougmann hatte das für die Jahresbilanz zentrale Weihnachtsgeschäft als «schon fast katastrophal» eingestuft. Unter seiner Führung war die Beschäftigtenzahl von 10 000 auf etwa 8000 reduziert worden.

Auch in der Schweiz trat Lego auf die Bremse. Im November kündigte das Unternehmen an, sein Werk in Baar ZG bis Ende Februar zu schliessen. Rund 100 Angestellten wurde gekündigt. 25 weitere konnten in die anderen Schweizer Lego-Werke in Willisau LU und Steinhausen ZG wechseln.

Geschäftszahlen für die Schweizer Einheit liegen noch nicht vor, wie eine Lego-Sprecherin auf Anfrage sagte. Voraussichtlich würden sie Ende Januar publiziert.

Strategieänderung wird rückgängig gemacht

Legos nach den ersten Verlusten 1998 eingeschlagene Strategie, mit völlig neuen Produkten Wachstum und Gewinne zu sichern, sei fehlgeschlagen, sagte Kristiansen. «Wir werden uns jetzt auf unsere grundlegende Produktidee zurückbesinnen.»

Nach Angaben von Kristiansen verlor Lego im letzten Jahr auf einem generell stagnierenden Weltmarkt für Spielwaren Marktanteile an Konkurrenten.

Im Gegensatz zum Umsatzrückgang im Gesamtkonzern habe man beim Stammprodukt Bausteine den Absatz mehr als verdoppeln können. Mit der neuen Führungs- und Produktstruktur strebt Lego für das laufende Jahr ein ausgeglichenes Resultat an.

(sda)

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