Finanzkrise: Lehman Brothers kämpft ums Überleben
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FinanzkriseLehman Brothers kämpft ums Überleben

Ein Bankrott der schwer angeschlagenen US-Investmentbank Lehman Brothers wird immer wahrscheinlicher: Die britische Bank Barclays ist nicht mehr am Kauf von Teilen des Traditionshauses interessiert, und die als zweiter interessiertester Käufer geltenden Bank of America übernimmt einem Medienbericht zufolge überraschend die Investmentbank Merrill Lynch.

Barclays habe sich von den Gesprächen zurückgezogen, sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Gewährsmann am Sonntag. Es sei «sehr unwahrscheinlich», dass die Entscheidung revidiert werde. Zur Begründung hiess es, Lehman Brothers erfülle nicht die strengen Anforderungen von Barclays.

Das «Wall Street Journal» berichtete, die Bank of Amerika habe zugestimmt, Merrill Lynch für rund 44 Milliarden Dollar oder etwa 29 Dollar pro Aktie zu übernehmen. Bei einem solchen Deal kommt die Bank of America nicht mehr für die Rettung von Lehman Brothers infrage. Beide Banken wollten sich zu dem Bericht nicht äussern. Ein Gewährsmann sagte am Sonntag in New York, die US-Notenbank und das US-Finanzministerium hätten die Bank of America zur Übernahme von Merrill Lynch gedrängt.

In Krisensitzungen berieten am Wochenende in New York Vertreter der Fed und des Finanzministeriums mit mehreren Banken über das Schicksal von Lehman Brothers. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die Rettung finanziert werden kann.

Angesichts der drohenden Pleite von Lehman Brothers berieten amerikanische und ausländische Banken darüber, wie das weltweite Finanzsystem geimpft werden könne, sagte der Gewährsmann in New York, der anonym bleiben wollte, weiter. Die Banken wollten demnach angeschlagenen Finanzhäusern Unterstützung von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen.

Die Aktie von Lehman Brothers hatte vergangene Woche 77 Prozent verloren. Viele Experten glauben nicht mehr, dass die Bank überleben kann. (dapd)

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