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AbschlussprüfungLehre nicht bestanden: Was tun?

Das Warten auf die Prüfungsresultate ist zu Ende. Hat man nicht bestanden, sind rasch Massnahmen zu ergreifen. Lernende müssen nicht weiterbeschäftigt werden.

von
Sandro Spaeth

«Aus heiterem Himmel fällt niemand durch die Prüfung», sagt Andrea Ruckstuhl von KV Schweiz. Erfahrungen zeigen: Mit einer 4 als Notendurchschnitt nach dem zweiten Lehrjahr wird es eng. Hat ein Lernender nicht bestanden, erhält er neben dem negativen Bescheid Informationen zum Einsichts- und Einspracheverfahren.

Ruckstuhl empfiehlt die Prüfung anzuschauen und sich über die gemachten Fehler zu informieren. Einen Rekurs hält KV Schweiz nur bei schwerwiegenden Vorkommnissen während der Prüfung für sinnvoll: «Mutwillig lässt man niemand durch die Prüfung rasseln.»

Hat ein Lernender die Ausbildung nicht bestanden, besteht keine Pflicht, ihn weiterzubeschäftigen. Ist der Lehrling nur schulisch durchgefallen, steht einem Arbeitsvertrag mit «normalem» Lohn laut KV Schweiz nichts im Weg. Gesetzliche Verpflichtungen gibt es aber keine. KV Schweiz rät: Abschluss unbedingt im nächsten Jahr wiederholen und sich sofort erneut für Prüfung und Wiederholungskurse einschreiben.

Heikler wird es für Lehrlinge, die den betrieblichen Teil nicht geschafft haben. «Der Lernende muss im Folgejahr die Praxisprüfung der ursprünglichen Branche ablegen», so Ruckstuhl. Da­rum gelte es, unbedingt mit dem Ausbildner eine Lösung zu suchen. Ohne Fähigkeitsausweis jobben zu gehen, davon rät der Experte ab: «Der Ausweis ist später Zulassung für Weiterbildungen.»

Meist gratis

Wiederholungs- und Prüfungsvorbereitungskurse sind an den meisten Schulen gratis. Allenfalls werden Materialkosten und Prüfungsgebühren erhoben. Laut Gesetz sind solche ­Gebühren für die Wiederholung des Abschlusses zulässig. An grossen Schulen werden separate Repetitions­kurse geführt. An kleinen Schulen besuchen die Repetenten die «normalen» Klassen.

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