Im Wallis: Lehrer informieren Schüler über WhatsApp
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Im WallisLehrer informieren Schüler über WhatsApp

Mails lesen sie nicht mehr, dafür haben praktisch alle Schüler ein Smartphone. Eine Walliser Schule verschickt deshalb neu die wichtigsten Infos über WhatsApp.

von
hal
Schüler im Wallis sehen neu auf dem Handy, was die Schule ihnen mitteilen will.

Schüler im Wallis sehen neu auf dem Handy, was die Schule ihnen mitteilen will.

«Die Englischstunde fällt aus», «Nehmt heute das neue Buch mit» oder «Mathe findet im Zimmer 12 statt»: Im Ardevaz Collège in Sitten wird seit diesem Schuljahr übers Handy kommuniziert. Die Privatschule hat sich entschieden, ihre rund 150 Schüler jeden Morgen via WhatsApp zu informieren.

«Wir haben erkannt, dass unsere Schüler die E-Mails nicht lesen, die wir an sie schicken», sagt Direktor Alexander Mill zu «20 Minutes». Dafür habe eine interne Umfrage ergeben, dass eine Mehrheit ein Smartphone besitzt. «Deshalb sind wir auf die Idee gekommen, unter anderem Stundenpläne oder Änderungen zu Räumen über WhatsApp zu verbreiten.»

Die Geschäftsstelle erhält dazu im Morgengrauen alle nötigen Informationen für jede Klasse, die sie dann ab 7 Uhr verschickt. Die Schüler – die meisten bereiten sich auf die Matura vor – sind zufrieden und nutzen die WhatsApp-Gruppe der Schule gleich selbst: «Wenn ich zum Beispiel ein Buch vergessen habe, kann ich so Kollegen um Hilfe fragen», so Sophie Sabino, die im College die 3. Klasse besucht.

Andere Schulen verbieten Handys

Auch die Lehrer sind begeistert: «Wir können uns dank der morgendlichen Nachrichten besser auf unsere Kurse vorbereiten», sagt Aline Duke, die Englisch und Geschichte unterrichtet. Dadurch steige die Qualität der Ausbildung, was auch den Schülern zugutekomme. Vor einem Jahr hat die Schule bereits iPads in allen Klassen eingeführt.

Andere Schulen sind hingegen skeptisch gegenüber elektronischen Gadgets. So müssen Handys an diversen Schulen in der ganzen Schweiz in der Tasche bleiben oder sind gleich ganz verboten. Wenn beispielsweise Lehrer an der Oberstufe Männedorf ZH Schüler mit dem Handy erwischen, nehmen sie es ihnen für 24 Stunden weg.

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