Lehrer machte Nacktfotos - Lauber verlegte Klagebrief
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Lehrer machte Nacktfotos - Lauber verlegte Klagebrief

Im Klassenlager fotografiert ein Zürcher Lehrer Mädchen nackt beim Umziehen. Ein Kollege meldet den skandalösen Vorgang dem Schulvorsteher Gerold Lauber. Dieser «verhühnerte» wieder einmal den Brief.

In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins Facts wird ein weiterer Skandal an einer Zürcher Schule aufgedeckt: Lehrer G. soll über Jahre hinweg an der Schule Friedrichsstrasse in Schwamendingen ZH ungebührliches Verhalten an den Tag gelegt haben. Ein jüngerer Kollege, der auf den Missstand aufmerksam gemacht hat, wurde unterdessen aus dem Job gemobbt.

Die Taten des Paparrazo-Lehrers

- Im Sommerlager 2001 fotografierte Lehrer G. die Schülerinnen beim Umziehen und dokumentierte seine Taten verklausuliert sogar im Lagerbericht.

- Er soll seit 20 Jahren schon fragwürdige Praktiken im Umgang mit Schülerinnen gepflegt haben, wie Eltern berichteten: Schülerinnen auf den Po sitzen, nackten Rücken massieren, FKK-Baden.

- Abschätzige Äusserungen über Schüler («Laut schreit der Rest seines geschmolzenen Hirns nach einem Sonnenhut» u.a.)

Lauber «verhühnert» Protestbrief - erneut

Obwohl Schulvorsteher Gerold Lauber gegenüber Facts den Vorwurf heftig dementiert, er neige dazu wichtige Schreiben zu verlegen, sprechen die Fakten eine andere Sprache: Im Fall der «Terror-Klasse» am Schulhaus Borrweg, die sechs Lehrer verheizt hatte, geriet ein eingeschriebener Brief besorgter Eltern «unters Eis». Im Fall des Schulhauses Bachtobel, wo vier Lehrer wegen interner Konflikte Reissaus nahmen, wurde Post besorgter Eltern ebenfalls lange Zeit nicht beantwortet. Und jetzt im Fall des Schulhauses Friedrichstrasse musste Lehrer F. bis Dezember 2006 auf eine Antwort Laubers warten. Er hatte ihn im Sommer mit einem vierseitigen Brief über die stossenden Umstände um Lehrer G. informiert. Auch dieser Brief geriet «irgendwie unters Eis» - so Lauber. Unternommen wurde bisher trotzdem nichts.

In Schwamendingen schwelt das Problem weiter. Der pensionierte G. schiesst in offiziellem Auftrag Porträts der Schüler. Lehrer F. hat im April die Kündigung erhalten, ihm mangle es an «Trennschärfe Kamerad - Vorgesetzter - Team». «Duzis geht nicht», notierte der Schulpräsident Rickli im Beurteilungsgespräch. Duzis geht nicht - wohl aber minderjährige Mädchen beim Umziehen fotografieren. Die Schulprobleme in Zürich weiten sich aus. Viel Arbeit für Gerold Lauber.

(pat)

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