Datenschutz: Lehrer müssen Whatsapp-Klassenchats löschen
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DatenschutzLehrer müssen Whatsapp-Klassenchats löschen

Seit rund einer Woche dürfen Kinder unter 16 Jahren kein Whatsapp mehr nutzen. Jetzt müssen viele Lehrer ihre Klassenchats löschen.

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nk
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Whatsapp hat vor rund einer Woche seine Geschäftsbedingungen geändert. Neu muss man mindestens 16 Jahre alt sein, um die App nutzen zu können. Davon sind auch viele Schüler betroffen, die in Klassenchats sind.

Whatsapp hat vor rund einer Woche seine Geschäftsbedingungen geändert. Neu muss man mindestens 16 Jahre alt sein, um die App nutzen zu können. Davon sind auch viele Schüler betroffen, die in Klassenchats sind.

Keystone/Christian Beutler
Lehrer müssen diese jetzt löschen. Zuvor konnten sie schnell und unkompliziert mit ihren Schülern Infos austauschen. «Auch Hausaufgaben und Hilfestellungen dazu werden über Whatsapp-Gruppen organisiert», sagt Christian Hugi, Präsident des Lehrerverbands des Kantons Zürich zur «Sonntagszeitung».

Lehrer müssen diese jetzt löschen. Zuvor konnten sie schnell und unkompliziert mit ihren Schülern Infos austauschen. «Auch Hausaufgaben und Hilfestellungen dazu werden über Whatsapp-Gruppen organisiert», sagt Christian Hugi, Präsident des Lehrerverbands des Kantons Zürich zur «Sonntagszeitung».

Keystone/Gabriele Putzu
In der ganzen Schweiz ist man auf der Suche nach Alternativen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Im Oberstufenzentrum Orpund bei Biel wurde sogar eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

In der ganzen Schweiz ist man auf der Suche nach Alternativen, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Im Oberstufenzentrum Orpund bei Biel wurde sogar eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

epa/Hayoung Jeon

Millionen Menschen in der Schweiz nutzen Whatsapp, es ist das grösste digitale Netzwerk. Vor einer Woche hat das Unternehmen das Mindestalter von 13 auf 16 Jahre erhöht. Das wegen der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die auch in der Schweiz angewandt wird. Sie legt unter anderem fest, dass nur Daten von Kindern über 16 Jahren verarbeitet werden dürfen.

Tausende Teenies dürfen den Messenger jetzt gemäss den Nutzungsbedingungen von Whatsapp nicht mehr nutzen – es sei denn, die Eltern willigten in die Nutzung ein. Sie sind noch in der Schule und viele von ihnen sind in Klassenchats, in denen die Lehrer mit ihnen kommunizieren. Die müssen jetzt gelöscht werden, wie die «Sonntagszeitung» schreibt.

Arbeitsgruppe eingesetzt

Die Lehrer konnten auf Whatsapp ihren Schülern schnell und unkompliziert Infos weitergeben. Das sei sehr geschätzt worden, sagt Alain Pichard, der am Oberstufenzentrum Orpund bei Biel unterrichtet, zu der Zeitung. «Auch Hausaufgaben und Hilfestellungen dazu werden über Whatsapp-Gruppen organisiert», sagt Christian Hugi, Präsident des Lehrerverbands des Kantons Zürich gegenüber der «Sonntagszeitung».

In der ganzen Schweiz startet jetzt die Suche nach Alternativen: So hat das Oberstufenzentrum Oplund extra eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die mit Einbezug der Eltern eine Lösung finden soll. Bis nach den Sommerferien wolle man eine Lösung präsentieren, so Pichard.

Im zürcherischen Dietlikon will Schulleiter Reto Valsecchi auf E-Mail umsatteln. Auch für Hugi ist das denkbar. Er bringt als Alternative aber auch noch andere Messenger-Apps ins Spiel – sofern die bei der Altersbeschränkung nicht nachziehen.

«Junge wissen gar nicht mehr, was SMS sind»

Einer Umstellung auf Mailverkehr mit den Schülern steht der Aargauer Schulleiter Peter Merz skeptisch gegenüber: «Mal funktioniert die Internetverbindung nicht, oder die Schüler schauen nicht nach, ob etwas gekommen ist», sagt er zur «Sonntagszeitung». Auch für SMS hat er nicht viel übrig: «Die jüngere Generation weiss schon gar nicht mehr, was das ist.»

Er hat eine andere Lösung parat. Wenn nämlich die Eltern zustimmen, dürfen auch Unter-16-Jährige Whatsapp benutzen. Darum will er einen Brief verschicken: «Darin bitten wir die Eltern um ihre Unterstützung, damit wir Whatsapp weiter nutzen können.»

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