Tod im Schwimmbad: Lehrer nicht für Badeunfall verantwortlich
Aktualisiert

Tod im SchwimmbadLehrer nicht für Badeunfall verantwortlich

Das Waadtländer Kantonsgericht hat das Urteil gegen einen Lehrer wegen fahrlässiger Tötung aufgehoben. Der Lehrer war in erster Instanz schuldig gesprochen worden, weil sein Schüler beim Baden ertrank.

Laut erster Instanz habe der Lehrer dabei Sorgfaltspflichten verletzt. Die Kantonsrichter beurteilten das Urteil als «äusserst lückenhaft und ungenügend». In zentralen Fragen sei die erste Instanz «sibyllinisch» geblieben.

So habe das Strafgericht Vevey dem Lehrer vorgeworfen, die Schülerinnen und Schüler zu wenig gut instruiert zu haben. Das Gericht habe dabei Aussagen des Buschauffeurs ignoriert, der die Klasse an die Ardèche in Südfrankreich gefahren hatte. Dieser hatte ausgesagt, dass eine Instruktion stattgefunden habe. Weshalb diese Aussage nichts Wert sei, habe das Gericht nicht erklärt.

Unklar bleibe auch die Frage, ob dank mehr Aufmerksamkeit durch den Lehrer, das Drama hätte verhindert werden können. Schüler hatten ausgesagt, dass es an der Unglücksstelle Strudel gegeben habe, durch die sie auf den Grund des Flusses gezogen worden seien.

Das Unglück geschah im September 2004. Eine Schulklasse aus Montreux, wollte an der Ardèche eine Kanuwoche verbringen. Am Ankunftstag gingen die Schüler baden. Dabei geriet ein 15-jähriger in Nöte und ertrank. Die Mitschüler konnten ihm nicht helfen. Der Lehrer befand sich 50 Meter von der Unfallstelle und kam zu spät.

Die erste Instanz muss nun den Fall neu beurteilen. Das Strafgericht hatte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt. (sda)

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