Missbrauchte Schweizerin: Lehrer schändete sie – nun stellt sie ihm eine Falle
Aktualisiert

Missbrauchte SchweizerinLehrer schändete sie – nun stellt sie ihm eine Falle

Die Tessinerin Laura wurde von ihrem Gitarrenlehrer immer wieder missbraucht. Jahre später trifft sie ihn in einer TV-Sendung wieder.

von
B. Zanni
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In der italienischen Sendung «Le Iene» hat Moderatorin Nina Palmieri Lauras ehemaligen Gitarrenlehrer in ein Restaurant gelockt.

In der italienischen Sendung «Le Iene» hat Moderatorin Nina Palmieri Lauras ehemaligen Gitarrenlehrer in ein Restaurant gelockt.

iene.mediaset.it
Zuvor gab sie sich als Interessentin für Gitarrenstunden aus.

Zuvor gab sie sich als Interessentin für Gitarrenstunden aus.

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Hautnah erleben die Zuschauer, wie die junge Tessinerin Jahre später auf den Mann trifft, der sie als Gitarrenlehrer immer wieder missbrauchte.

Hautnah erleben die Zuschauer, wie die junge Tessinerin Jahre später auf den Mann trifft, der sie als Gitarrenlehrer immer wieder missbrauchte.

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Voller Wut und Verzweiflung fragt Laura ihren ehemaligen Gitarrenlehrer immer wieder: «Bereust du, was du getan hast?» 13 Jahre alt sei sie gewesen. «Hast du verstanden, was du gemacht hast, oder nicht?» In der italienischen Sendung «Le Iene» auf Italia 1 hat Moderatorin Nina Palmieri zusammen mit Laura deren ehemaligen Gitarrenlehrer in ein Restaurant gelockt. Zuvor hat sich die Moderatorin als Interessentin für Gitarrenstunden ausgegeben. Hautnah erleben die Zuschauer, wie die junge Tessinerin Jahre später auf den Mann trifft, der sie als Gitarrenlehrer immer wieder missbraucht hatte.

Laura kann nicht verstehen, warum er weder 3000 Franken als moralische Entschädigung bezahlte noch sich bei ihr in einem Brief entschuldigte. «Ich hatte nicht genug Geld, um dir eine Entschuldigung zu schreiben», verteidigt sich der Gitarrenlehrer. Er habe Schulden gehabt. Rückgängig könne er seine Tat nicht mehr machen, beteuert er immer wieder.

«Ich habe einen grossen Fehler gemacht»

«Du hast mich unfreiwillig dazu gebracht, dies zu tun», so der Gitarrenlehrer. Verliebt sei er in sie gewesen. «Aber ich habe es dir einfach auf die falsche Weise gezeigt», rechtfertigt er sich. Die aufgebrauste Moderatorin Palmieri verfolgt ihn mit dem Mikrofon auf Schritt und Tritt. «Ich habe einen grossen Fehler gemacht, bereue es und fertig», fertigt er sie am Ende ab und macht sich davon.

Der Gitarrenlehrer war für Laura einst ein grosses Vorbild. «Ich träumte davon, mit ihm in Texas Gitarre zu spielen», sagt die Tessinerin. Stundenlang übte die angefressene Schülerin auf ihrem Instrument. Doch in einem Sommerkurs im italienischen Pavia entpuppte sich der Lehrer als Monster. «Wir waren im Proberaum im Keller, da griff er unter mein T-Shirt und begann, meinen Bauch zu streicheln. Dann liess er seine Hose runter und onanierte», erzählt sie Nina Palmieri. Laura war damals 13 Jahre alt, ihr Lehrer 50 Jahre alt.

«Er packte die Gitarre nicht einmal mehr aus»

Wie versteinert sei sie gewesen, erinnert sich Laura. «Ich wartete nur, bis es aufhörte. Aber danach berührte er meine Geschlechtsteile und befriedigte sich mit meiner Hand.» Laura schämte sich und fühlte sich schuldig. «Deshalb erzählte ich niemandem davon.»

Nach den Sommerferien besuchte sie die Gitarrenstunden, als wäre nie zuvor etwas geschehen. Doch nach ein paar Monaten begann sich der Lehrer, regelmässig an ihr zu vergehen. «Manchmal packte er die Gitarre nicht einmal mehr aus.» Er unterrichtete sie nur noch, um sie zu missbrauchen. «Ich weiss nicht, wie oft er mich missbrauchte.» Als sie 14 Jahre alt war, penetrierte er sie zudem. «Er meinte, ich hätte Glück. Ein Junge in meinem Alter hätte mir wehgetan.» Der Gitarrenlehrer bat sie, niemandem davon zu erzählen – sonst gelte er als Schwein und sie als Nutte.

Keine Entschädigung bezahlt

Mit 18 Jahren kam es zur Wende. Laura, Männern mittlerweile gänzlich abgeneigt, vertraute sich ihrer Freundin an. Diese ermutigte sie, den Kontakt zu ihrem Gitarrenlehrer endgültig abzubrechen. Mit der Unterstützung einer Psychologin zeigte Laura ihren Lehrer schliesslich an. 2015 verurteilte ihn das Schwurgericht Tessin zu einer 20-monatigen Haftstrafe mit Bewährung. Da Laura nicht deutlich Nein gesagt hatte, galt der Geschlechtsverkehr laut Urteil als einvernehmlich.

Auf die Entschädigung, die der Gitarrenlehrer ihr bezahlen sollte, wartete Laura vergeblich. Danach fordert sie von ihm immer wieder 3000 Franken – als moralische Entschädigung. «Wenn er nicht zahlt, ist es, als ob er mich nochmals ausnutzen würde», sagt Laura. Doch der Gitarrenlehrer behauptete, schwer krank und verschuldet zu sein. Hoffnung, mit ihrer Vergangenheit abschliessen zu können, gab ihr nur noch das Treffen mit ihrem Missbraucher.

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