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Oberschenkel von Schülerin massiertLehrer von Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen

Der Lehrer einer Oberwalliser Mittelschule wurde von einer Schülerin der sexuellen Belästigung bezichtigt. Das Gericht sieht den Tatbestand als nicht gegeben an – und hat den Beschuldigten freigesprochen.

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Der Lehrer soll ihr, ohne um Erlaubnis zu fragen, den Oberschenkelmuskel massiert haben, sagte eine Schülerin aus.

Der Lehrer soll ihr, ohne um Erlaubnis zu fragen, den Oberschenkelmuskel massiert haben, sagte eine Schülerin aus.

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Das Bezirksgericht Brig sah den Tatbestand der sexuellen Belästigung allerdings als nicht erfüllt an.

Das Bezirksgericht Brig sah den Tatbestand der sexuellen Belästigung allerdings als nicht erfüllt an.

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Es sprach den Beschuldigten deshalb frei.

Es sprach den Beschuldigten deshalb frei.

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Darum gehts

  • Eine Schülerin hatte einen Walliser Lehrer beschuldigt, sie mehrmals sexuell belästigt zu haben.

  • Laut ihren Aussagen hatte der Beschuldigte ungefragt ihren Oberschenkel massiert und ihr an den Po gefasst.

  • Das Gericht sah den objektiven Tatbestand der sexuellen Belästigung als nicht erfüllt an. Der Lehrer wurde freigesprochen.

Das Bezirksgericht Brig hat einen Lehrer vollständig von der Anklage der mehrfachen sexuellen Belästigung freigesprochen. Der Angestellte einer Oberwalliser Mittelschule war von deren Direktor im Oktober 2019 wegen zweier Vorfälle mit einer damals 18-jährigen Schülerin angezeigt worden, wie der «Walliser Bote» berichtet.

Gemäss Aussagen der Schülerin massierte der Beschuldigte ohne um Erlaubnis zu bitten ihr Bein, nachdem sie im Anschluss an einen 12-Minuten-Lauf Schmerzen verspürt hatte. Zwar sah das Gericht diese Darstellung als erwiesen an. Es hielt jedoch fest, dass in Anbetracht der konkreten Umstände der objektive Betrachter davon ausgegangen wäre, «dass der Beschuldigte der Schülerin bloss helfen bzw. ihr etwas erklären wollte und seine Berührungen keine sexuelle Bedeutung hatten». Dies sei auch der Eindruck einer anwesenden Kollegin gewesen.

«Keine klaren Hinweise»

Ferner belastete die Schülerin den Lehrer, ihr während einer Turnlektion, in der eine angepasste Version von American Football gespielt wurde, an den Po gefasst zu haben. Hier kam das Gericht in Würdigung aller Zeugenaussagen zum Schluss, «dass keine klaren Hinweise vorliegen, dass es zu einer Berührung am Gesäss gekommen sei, was in einem schnellen Spiel wie American Football auch den Mitspielern hätte auffallen müssen. Aufgrund der beschriebenen Umstände bestehen daher erhebliche Zweifel daran, dass der angeklagte Sachverhalt einem realen Geschehen entspricht.»

Sowohl die Verteidigung als überraschend auch die Staatsanwaltschaft hatten einen Freispruch gefordert. Dem Lehrer wird eine Entschädigung von 8700 Franken gezahlt. Eine Genugtuung, wie sie der Verteidiger für seinen Mandanten gefordert hat, wird ihm nicht zugesprochen.

Wirst du oder jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

(sul)

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