Bözberg AG: Lehrer zeigte Kindern Softair-Pistole – Anzeige
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Bözberg AGLehrer zeigte Kindern Softair-Pistole – Anzeige

Ein Bözberger Lehrer wollte Schülern, die mit einer Softair-Pistole erwischt wurden, die Funktionsweise demonstrieren. Nun hat er eine Anzeige am Hals.

von
num
Kaum von einer echten Waffe zu unterscheiden: Softair-Pistole.

Kaum von einer echten Waffe zu unterscheiden: Softair-Pistole.

Softairwaffen werden in der Schweiz von Gesetzes wegen als Waffe behandelt – obwohl sie nur Kügelchen verschiessen und keine lebensgefährlichen Verletzungen herbeiführen. Doch aufgrund der detailgetreuen Nachbildungen existiert eine grosse Verwechslungsgefahr mit tödlichen Waffen.

Vor einigen Wochen wurden an einer Bözberger Schule zwei Primarschüler mit einer Softair-Waffe erwischt, wie der «Blick» und die «Aargauer Zeitung» berichten. Darauf hielt ein Lehrer, ein ehemaliger Schützenmeister, am vergangenen Montag einen Vortrag über Softair-Waffen – und demonstrierte auch gleich, wie die Waffe funktioniert.

Schulleitung fragte Lehrer für Demonstration an

Zu diesem Zweck feuerte er eine Kugel ab, die vier Seiten Papier durchschlug und in einem Abfallkübel landete, den der Lehrer als Auffangbehälter installiert hatte. Gemäss «Blick» hatte die Schulleitung den Lehrer zuvor gefragt, ob er den Schülern den Umgang und die Gefährlichkeit von Waffen erklären könne.

Womit niemand rechnete: Ein besorgter Elternteil meldete sich bei der Schulleitung. Der Lehrer habe «einen blöden Witz über die Waffe» gemacht. Die Schulpflegepräsidentin informierte darauf die Polizei, die eine Hausdurchsuchung beim Lehrer durchführte. Dabei kamen mehrere Waffen und Munition zum Vorschein. Nun hat er ein Verfahren wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz und versuchter Nötigung am Hals.

«Die Aktion war nicht gefährlich»

Die Staatsanwaltschaft teilte der «Aargauer Zeitung» mit, dass der Lehrer versucht haben soll, auf das Verhalten der Kinder Einfluss zu nehmen. Untersucht werde, was genau in der Schulstunde passiert ist, und ob der Beschuldigte ohne Berechtigung Waffen besass oder benutzt hat.

Die Schulpflege stellt sich hinter den Lehrer. Niemand sei bedroht gewesen, sagt Schulpfleger Hanspeter Flückiger der Zeitung. «Die Aktion war nicht gefährlich und daher auch nicht verwerflich.» Allenfalls hätte man für diese Demonstration einen aussenstehenden Experten an die Schule holen können.

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