Lehrer zog Schülerhandy ein – Eltern erstatteten Anzeige
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Lehrer zog Schülerhandy ein – Eltern erstatteten Anzeige

Weil ein Baselbieter Schüler während dem Unterricht simste, wurde ihm für acht Tage das Handy weggenommen. Nun haben die Eltern Anzeige gegen den Lehrer erstattet.

«Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre», ärgert sich Manuela Ricci (46) aus Aesch BL. Wie das «Wochenblatt für das Birseck und Dorneck» berichtete, hatte der Geschichtslehrer das Handy ihres Sohnes Gianluca (16) für acht Tage beschlagnahmt, weil er damit im Unterricht ein SMS empfangen hatte.

Die Eltern suchten darauf den Kontakt zur Sekundar-Schulleitung: «Unser Sohn ist sportlich sehr aktiv. Wir zahlen das Handyabo, damit er in der Freizeit erreichbar ist. Dann nützt es nichts, wenn das Handy beim Lehrer herumliegt», so Ricci.

Doch die Schule blieb hart: «Eine Massnahme muss wehtun, sonst wirkt sie nicht», ist Rektor Pierre Martin überzeugt. Er verwies die Eltern auf die Schulbroschüre, in welcher der achttägige Handy-Entzug aufgeführt sei. Nachdem selbst ein Schlichtungsversuch eines Polizisten fehlschlug, haben die entnervten Eltern nun Anzeige erstattet.

«Wir wünschen uns eine klare Lösung. Zum Beispiel dass die Schüler während dem Unterricht die Handys abgeben müssen», sagt Ricci. Abklärungen der Polizei beim Statthalteramt hätten ergeben, dass ein so langer Handy-Entzug nicht rechtens sei. Doch Rektor Martin blickt «einer Anzeige ruhig entgegen», wie er sagt.

Sabine Knosala

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