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Lehreranstellungsgesetz: Automatischer Gehaltsaufstieg gestrichen

Im Kanton Bern ist der automatische Gehaltsaufstieg bei den Lehererlöhnen vom Tisch.

Diese Verschlechterung für die Lehrkräfte wurde am Dienstag mit 75 zu 56 Stimmen bei 10 Enthaltungen beschlossen.

Der umstrittene Passus bei der Teilrevision des Lehreranstellungsgesetzes (LAG) war im Laufe der 1. Lesung im September in die Kommission zurück gegeben worden. Diese beantragte nach erneuter Beratung, auf den automatischen Gehaltsaufstieg zu verzichten.

Kernargument für die Streichung war das Bemühen um Gleichbehandlung der Kantonsangestellten. Die Regelung führte bis 1999 zu einem Auseinanderklaffen der Lehrerlöhne gegenüber jenen des Staatspersonals. Ab 1999 wurde die Regelung flexibilisiert.

Bürgerliche bleiben hart

In der Ratsdebatte, die bereits letzten Donnerstag an die Hand genommen wurde, gelang es den Fraktionen GBJA, SP und EVP nicht, das Blatt zu Gunsten der Lehrkräfte zu wenden. Die Argumente, wonach es wichtig sei, die Lehrer bei der Stange zu halten und das Manko der fehlenden Karrieremöglichkeiten etwas auszugleichen, stiessen bei den Bürgerlichen auf taube Ohren.

Als Kompromiss beantragten GBJA und SP, dem Regierungsrat die Möglichkeit zu geben, den Stufenanstieg in finanziell schwierigen Zeiten jeweils fürs Folgejahr zu halbieren. Auch dieser Vorschlag führte zu keinem Aufweichen der Fronten.

Kompromissvorschlag chancenlos

Marianne Streiff-Feller (EVP/Oberwangen) beantragte am Dienstag, dass der Gehaltsaufstieg mindestens alle zwei Jahre gewährt wird. SP/GBJA waren nicht bereit diesen EVP-Kompromissvorschlag zu unterstützen. Nach diesem Strohhalm zu greifen, bringe nichts, sagte Corinne Schärer (GB/Bern).

Die FDP sprach sich für die Einführung eines Leistungslohns bei der Lehrerschaft aus und lehnte den EVP-Antrag deshalb ab. Erziehungsdirektor Mario Annoni trat ebenfalls für ein Nein ein. Es sei nicht so, dass die Streichung des automatischen Gehaltsaufstiegs zu prekären Situationen für die Lehrer führe. Der Antrag wurde mit 95 zu 31 Stimmen bei 17 Enthaltungen abgelehnt.

Nach der Schlussabstimmung gab Irène Hänsenberger (SP/Burgdorf) eine Erklärung ab. Sie bedaure den für die Lehrkräfte demotivierenden Entscheid. Die Geschäftsführerin des Lehrerverbands LeBe kündigte die Möglichkeit eines Referendums an.

(sda)

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