Aktualisiert 07.01.2008 14:49

Lehrerbetreuung rund um die Uhr

Im Kanton Aargau können Lehrkräfte oder Schulleitungen in Krisenfällen eine Notfallnummer wählen. Mit dem Fall des an der Streetparade erstochenen Badener Lehrlings habe die Einrichtung der Nummer aber nichts zu tun.

Der Schulpsychologische Dienst des Kantons Aargau will seine Erreichbarkeit in Krisenfällen verbessern und hat eine zentrale Notfallnummer eingerichtet. «Wir müssen auch an Feiertagen und in der Nacht reagieren können», sagt Nic Kaufmann, Sprecher des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS). Die Notfallnummer, mit der Schulpsychologen und das Care Team rund um die Uhr erreichbar sein sollen, sei seit längerem in Planung. Ein Häufung von Krisenfällen sei für die Zentralisierung der Krisenalarmierung nicht ausschlaggebend gewesen. «Wir wollen einfach gewappnet sein. Beispielsweise müssen wir bei einem Todesfall eines Schülers am Tag darauf einen Schulpsychologen in die Klasse schicken können. Auch wenn der Todesfall am Wochenende eintritt», so Kaufmann.

Ein ähnlicher Fall war im vergangenen August eingetreten, als ein Oberstufenabgänger einer Badener Schule an der Streetparade erstochen worden war.

Zürich dezentral organisiert

In Zürich fehlt bis anhin eine solch zentrale Notfallnummer. Laut Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamtes, ist in Krisenfällen das Aufbieten von Spezialisten dennoch rund um die Uhr möglich. Eine zentrale und einprägsame Notfallnummer ist nicht vorgesehen. «Im Kanton Zürich läuft die Alarmierung über die Bezirke. Jeder hat eine Kinderschutzgruppe, die Staatsanwaltschaft hat einen Fachbereich Kinderschutz. Rund um die Uhr erreichbar sind die Kinderschutzgruppe des Kinderspitals und die Abteilung Jugendstrafsachen der Kantonspolizei, die auch bei sexuellen Übergriffen zum Einsatz kommt.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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